Obdachloser stirbt in Lost Place

Soest. Ein tragischer Fund am Freitagabend in Hilchenbach: Mit dem Sonnenuntergang geht der Notruf bei Polizei und Feuerwehr ein – ein Obdachloser hat in der Ruine am Hammer Weg einen leblosen Körper entdeckt. Wegen der Einsturzgefahr rückt ein Großaufgebot an Rettungskräften an. Doch für den Mann, der im Obergeschoss liegt, kommt jede Hilfe zu spät. Nach ersten Ermittlungen ist er bereits ein bis zwei Tage zuvor gestorben.

Schnell steht fest, wer der Tote ist: In der Obdachlosenszene war er als „Olli“ bekannt, 41 Jahre alt. Zuletzt wurde er am Mittwoch am Bahnhof gesehen. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gibt es laut Polizei nicht – vieles spricht für einen natürlichen Tod. Eine Obduktion soll nun Klarheit bringen.

Olli lebte am Rand der Gesellschaft, kämpfte mit Alkohol und Krankheit. Freunde erzählen, er habe von Krebs gesprochen, aber statt einer Therapie lieber zur Flasche gegriffen. Zwischendurch habe er Unterschlupf in einer Unterkunft an der Waldstraße gefunden – bis er dort nicht mehr bleiben durfte. Wie viele andere Obdachlose suchte er schließlich Schutz in leerstehenden Gebäuden wie der Hilchenbach-Ruine.

Am Bahnhof, wo Olli oft saß, ist inzwischen ein Ort der Trauer entstanden. Freunde zünden Kerzen an, legen Blumen und Zettel nieder. Auf einem davon steht: „Olli, ich habe dich lieb.“ Einer seiner Weggefährten gießt Bier vor dem Gedenkbaum und sagt leise: „Er war kein schlechter Mensch. Er hätte jedem sein letztes Hemd gegeben.“

Während Ollis Vater die Beerdigung übernehmen will, bleibt sein Tod ein stilles Mahnmal für die, die im Schatten der Gesellschaft leben – zwischen Nüchternheitspflicht, fehlender Hilfe und kalten Nächten in Ruinen.

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