Neue Pläne für ehemaliges Friedhofsgebäude

Düsseldorf/Eller. Abseits der bekannten Wege rückt ein lange übersehenes Gebäude nun in den Fokus der Öffentlichkeit: Das ehemalige Dienstwohnhaus des Ellerer Friedhofs am Werstener Feld ist von der Stadt Düsseldorf zum ersten „Denkmal des Monats“ gekürt worden. Das Haus, das vielen bislang nur als geheimnisvolle „Geistervilla“ bekannt war, steht exemplarisch für ein Stück fast vergessener Stadtgeschichte – und markiert zugleich einen Neuanfang.

Errichtet wurde das Gebäude 1907 als Wohnsitz des Friedhofsverwalters und als zentraler Bestandteil der damaligen Friedhofsanlage. Was heute unscheinbar wirkt, war einst der repräsentative Haupteingang des Friedhofs von Eller. Über Jahre verfiel das Haus jedoch zunehmend und stand leer. Ende 2023 entschied sich die Stadt, die Immobilie zu verkaufen – mit dem klaren Ziel, einen Eigentümer zu finden, der Verantwortung für den Erhalt übernimmt.

Dieser Plan ging auf: Im Herbst 2025 wechselte das Gebäude den Besitzer. Kurz darauf folgte die offizielle Anerkennung als Baudenkmal. Seit Dezember 2025 stehen das Wohnhaus sowie die historische Tor- und Zaunanlage unter Denkmalschutz. Aus Sicht der Denkmalpflege ein Glücksfall – nicht zuletzt, weil der neue Eigentümer die Unterschutzstellung ausdrücklich begrüßt.

Architektonisch ist das Haus dem Reformstil zuzuordnen, der sich durch schlichte Formen und bewusste Zurückhaltung auszeichnet. Viele originale Details aus der Bauzeit sind noch erhalten und verleihen dem Gebäude einen besonderen historischen Wert. Zwar ist die Immobilie stark sanierungsbedürftig, doch erste Konzepte für eine denkmalgerechte Instandsetzung liegen bereits vor.

Mit der Auszeichnung als „Denkmal des Monats“ macht die Stadt deutlich: Dieses Haus erzählt nicht nur von Ellers Vergangenheit, sondern steht auch für die Chance, historische Bausubstanz neu zu beleben.

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