Kraftwerk Heyden: Kühlturm soll im Januar 2027 fallen

Petershagen-Lahde. Das Kraftwerk Heyden in Petershagen-Lahde wird endgültig aus dem Landschaftsbild verschwinden. Nach dem Ende der kommerziellen Stromerzeugung im September 2024 hat der Betreiber Uniper den umfassenden Rückbau der Anlage eingeleitet. Seit dem 1. Oktober 2026 laufen die Arbeiten, die voraussichtlich rund zweieinhalb Jahre dauern werden. Die Kosten bewegen sich nach Unternehmensangaben im zweistelligen Millionenbereich.

Der erste große Einschnitt ist für Januar 2027 geplant: Dann soll der Kühlturm gesprengt werden. Ein genauer Termin steht noch nicht fest; nach Angaben der Verantwortlichen kommt dafür wahrscheinlich ein Sonntag infrage. Für die Sprengung werden Einschränkungen für Anwohner und Verkehr erwartet. Voraussichtlich muss die Bundesstraße 482 zeitweise gesperrt werden, zudem sollen Menschen im unmittelbaren Gefahrenbereich evakuiert werden. Auch der Schornstein soll im Zuge des Rückbaus verschwinden.

Bei einem Rückbau dieser Größenordnung spielt der Umgang mit Schadstoffen eine zentrale Rolle. Nach Angaben des mit dem Projekt befassten Unternehmens wurde weniger Asbest gefunden als zunächst erwartet. Die Asbestsanierung im Kühlturm sei bereits abgeschlossen. Die Arbeiten erfolgen schrittweise, während die Baustelle in der Hochphase rund 80 Beschäftigte gleichzeitig beschäftigen soll.

Das Kraftwerk Heyden gehörte zu den leistungsstarken Steinkohlekraftwerken Deutschlands. Seine Anlagen prägten über Jahrzehnte das Bild von Lahde und die industrielle Infrastruktur der Region. Nicht sämtliche Gebäude und Einrichtungen sollen verschwinden: Das Verwaltungsgebäude, die Gleisanlagen und der Hafen sollen erhalten bleiben. Welche langfristige Nutzung sich für das übrige Gelände entwickelt, ist damit noch nicht abschließend geklärt. Der Rückbau markiert zunächst das Ende eines bedeutenden Kapitels der regionalen Energiegeschichte.

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