Ratingen. Am Blauen See in Ratingen hat sich in den vergangenen Monaten einiges verändert. Die Aufbauten der insolventen Erlebniswelt sind inzwischen abgeräumt, doch einige Gebäude bleiben stehen. Ein vollständiger Abriss ist offenbar nicht vorgesehen. Stattdessen geht es um die Frage, welche Bausubstanz erhalten werden kann und welche Perspektive das Gelände künftig bekommen soll.
Der Blaue See selbst entstand nach dem Ende des Kalkabbaus. Die Ratinger Kalkwerke stellten ihren Betrieb bereits 1932 ein; anschließend füllte sich die ehemalige Grube mit Grundwasser. Ab den 1950er-Jahren entwickelte sich das Areal zu einem überregional bekannten Freizeitstandort. Besonders die Naturbühne mit ihren Karl-May-Festspielen machte den Ort weit über Ratingen hinaus bekannt.
Neben der Naturbühne entstanden im Laufe der Jahre zahlreiche weitere touristische und gastronomische Angebote. Zuletzt gehörte dazu die „Erlebniswelt“ mit verschiedenen Freizeitattraktionen. Nach deren Insolvenz wurde das Gelände geräumt. Damit verschwand ein großer Teil jener Infrastruktur, die den Blauen See über Jahrzehnte als Freizeitpark geprägt hatte.
Gerade die verbliebenen Gebäude machen die weitere Entwicklung kompliziert. Ein kompletter Abriss wäre zwar die einfachste Lösung, würde aber auch historische beziehungsweise für den Standort prägende Strukturen beseitigen. Die Stadt setzt deshalb offenbar darauf, zunächst Perspektiven für die einzelnen Gebäude und das gesamte Areal zu prüfen.
Der Blaue See steht damit erneut an einem Wendepunkt. Die Natur hat sich Teile des früheren Freizeitgeländes längst zurückgeholt, während andere Flächen neu geordnet werden. Ausgerechnet die verbliebenen Gebäude könnten dabei zum Ausgangspunkt einer neuen Nutzung werden.
