Berlin. In Berlin-Hohenschönhausen steht ein markanter DDR-Bau vor dem endgültigen Aus. Das ehemalige Sport- und Kongresszentrum am Weißenseer Weg soll abgerissen werden. Auf dem Grundstück ist ein neues Wohnquartier mit mehreren hundert Wohnungen geplant. Aktuelle Planungen sehen rund 570 Wohnungen sowie ein Hochhaus mit bis zu 16 Geschossen vor.
Das Sporthotel entstand zwischen 1960 und 1962 als Teil des Sportforums Hohenschönhausen. Einst übernachteten hier bekannte DDR-Sportler, später verlor der Komplex jedoch seine Funktion. 2007 wurde das Hotel endgültig geschlossen. Seitdem verfällt das Gebäude und entwickelte sich zu einem bekannten Lost Place im Berliner Osten.
Der aktuelle Entwurf setzt deutlich andere Akzente. Neben fünf- bis siebengeschossigen Gebäuden ist an der Ecke Weißenseer Weg/Konrad-Wolf-Straße ein Punkthochhaus mit bis zu 16 Vollgeschossen vorgesehen. Rund 80 Prozent der geplanten Geschossfläche sollen dem Wohnen dienen, weitere Flächen sind für Gewerbe, soziale und kulturelle Nutzungen vorgesehen.
Trotz der konkreten Pläne ist der Neubau noch nicht startklar. Für das Areal läuft weiterhin das Bebauungsplanverfahren. Ein verbindlicher Termin für Abriss oder Baubeginn steht bislang nicht fest. Damit bleibt die Ruine vorerst Teil des Hohenschönhausener Stadtbildes.
Der ehemalige Hotelkomplex steht exemplarisch für den Umgang mit der Architektur der DDR. Während Berlin dringend Wohnraum benötigt, verschwinden gleichzeitig immer mehr markante Zeugnisse der ostdeutschen Baugeschichte. In Hohenschönhausen soll nun an die Stelle eines jahrzehntelang leerstehenden Prestigeprojekts ein dichtes Wohnquartier treten.
