Hanfwerke-Areal wieder im Gespräch

Füssen. Das geplante neue Stadtquartier auf dem ehemaligen Hanfwerke-Areal in Füssen könnte wieder auf die politische Agenda rücken. Das rund 5,6 Hektar große Gelände am Lech gilt als eines der wichtigsten Entwicklungsareale der Stadt. Nachdem die Gespräche zwischen Eigentümer Dieter Glass und der Stadt Füssen im vergangenen Jahr zum Erliegen gekommen waren, gibt es nun wieder einen direkten Austausch. Bei einem Treffen in München wurden die festgefahrenen Fronten offenbar gelockert. Bürgermeister Maximilian Eichstetter bezeichnete das Gespräch als „sehr konstruktiv“. Im Dezember soll es eine weitere Gesprächsrunde geben.

Kern des Konflikts ist die künftige Nutzung des ehemaligen Industrieensembles. Die Stadt fordert, dass auf einem Teil des Areals auch langfristig kulturelle Nutzungen möglich bleiben und dies vertraglich abgesichert wird. Eigentümer Glass lehnt eine entsprechende Festlegung bislang ab. Genau an dieser Frage waren die Pläne für die Umwandlung der Industriebrache in ein urbanes Quartier ins Stocken geraten.

Das Areal blickt auf eine lange Industriegeschichte zurück. Aus einem ehemaligen Mühlenstandort entwickelte sich zunächst die Mechanische Seilwarenfabrik Füssen, später wurden die Füssener Hanfwerke zu einem bedeutenden Industriebetrieb. Heute firmiert das Gelände als Magnus-Park und beherbergt neben gewerblichen Nutzungen auch Handwerker, Künstler und Kreative. Große Teile der historischen Bausubstanz stehen weiterhin leer oder werden nur teilweise genutzt.

Eine künftige Entwicklung muss zudem mit dem denkmalpflegerisch und städtebaulich sensiblen Umfeld umgehen. Das Areal liegt unmittelbar am Lech und in direkter Nähe zur historischen Altstadt. Behörden weisen insbesondere auf wichtige Sichtbeziehungen zum Hohen Schloss, zum Kloster St. Mang und zum Hutlersberg hin. Die Entwicklung des ehemaligen Industrieareals ist damit nicht nur eine Frage neuer Nutzungen, sondern auch des Umgangs mit einem prägenden Stück Füssener Industriegeschichte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert