Geretsried. Der Abschied ist endgültig: In Geretsried wird das ehemalige Hallenbad aus den 1970er-Jahren derzeit entkernt, bald sollen die Abrissbagger anrollen. In den verlassenen Räumen herrscht Verfall – zerbrochene Fliesen, herabhängende Kabel und Schutthaufen prägen das Bild. Wo einst Schwimmunterricht und Badebetrieb herrschten, ist heute eine Baustelle.
Bürgermeister Michael Müller spricht von einem historischen Einschnitt. Mit dem Abriss gehe „eine Ära der Stadt zu Ende“. Das Hallenbad, ein typischer Betonbau seiner Zeit mit Bunkerstruktur, habe Geretsrieds Entwicklung über Jahrzehnte begleitet. Doch der technische Zustand sei zuletzt nicht mehr tragbar gewesen. Die marode Bädertechnik, hohe Sanierungskosten und schließlich die Schließung während der Corona-Pandemie besiegelten das Aus.
Zusätzlich sorgte Vandalismus Anfang 2024 für massive Schäden: Jugendliche verwüsteten das Gebäude, zerstörten Scheiben, Waschbecken und Einrichtung. Inzwischen ist das Areal videoüberwacht, während Spezialfirmen Schadstoffe wie Asbest und teerhaltige Anstriche entfernen.
Bis zum zweiten Quartal 2026 soll der komplette Bau verschwunden sein. Anschließend wird die Baugrube verfüllt – auf der Fläche ist ein neuer Fußballplatz geplant. Während draußen bereits neues Leben im ehemaligen Saunagarten sprießt, verschwindet drinnen ein Stück Stadtgeschichte endgültig.
