Berlin. Mehr als 20 Jahre steht das ehemalige Jugendstilhaus „Flora“ an der Ecke Odenwaldstraße und Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau leer. Das um 1904/1905 errichtete Gebäude ist längst zu einem Symbol für jahrelangen Leerstand geworden. Während Putz bröckelt und die Bausubstanz zunehmend geschädigt ist, bleiben die Wohnungen ungenutzt. Nun kommt erstmals seit längerer Zeit Bewegung in das Verfahren. Die Eigentümerseite war vom Bezirk aufgefordert worden, den Zustand des Hauses untersuchen zu lassen und eine Planung für die notwendigen Reparaturen vorzulegen. Die gesetzte Frist verstrich jedoch ohne die geforderten Unterlagen. Deshalb bereitet das Bezirksamt jetzt eine sogenannte Ersatzvornahme vor. Die notwendigen Mittel für die ersten Untersuchungen und Planungen wurden inzwischen freigegeben.
Zunächst soll ein Ingenieurbüro klären, wie es tatsächlich um die „Flora“ steht. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Standsicherheit und die Schäden an der Bausubstanz. Anschließend soll eine Sanierungsplanung mit einer ersten Kostenschätzung erstellt werden. Für Gutachten, Planung und Baukostenermittlung rechnet der Bezirk mit mindestens 112.000 Euro.
Parallel wird weiterhin die Einsetzung eines Treuhänders vorbereitet. Eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft könnte dabei Verantwortung für notwendige Maßnahmen übernehmen. Wann die eigentliche Sanierung beginnt, ist allerdings noch offen. Für die Initiativen und Anwohner, die seit Jahren gegen den Leerstand kämpfen, ist die gesicherte Finanzierung dennoch ein wichtiger Schritt: Nach zwei Jahrzehnten Stillstand soll erstmals konkret ermittelt werden, wie das Geisterhaus gerettet und wieder bewohnbar gemacht werden kann.
