Lahr. Für die Stadt Lahr wird es ernst: Bis spätestens 31. Dezember 2027 müssen die letzten Gebäude und Anlagen im Ostareal des ehemaligen Flugplatzes vollständig abgerissen sein. Andernfalls droht eine Rückzahlung von 966.029 Euro an den Bund – zuzüglich Zinsen von zwei Prozent über dem Basiszinssatz seit 1997. Allein für 2024 und 2025 summiert sich die zusätzliche Zinslast bereits auf mehr als 55.000 Euro.
Die Abrissverpflichtung stammt aus dem Kaufvertrag von 1996. Mit dem Rückbau ist die Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr GmbH (IGZ) beauftragt. Insgesamt geht es um 32 Objekte, darunter 21 Gebäude, mehrere Trafostationen, Treibstofftanks, ein Notstromgebäude sowie rund 1,1 Kilometer alte Bahngleise. Zusätzlich sollen Öltanks gereinigt, zurückgebaut und rund 20.500 Quadratmeter Fläche entsiegelt werden – auch um mögliche Altlastenrisiken und spätere Wertverluste zu vermeiden.
Brisant: 30 Mietverhältnisse sind betroffen, vor allem kleinere Betriebe. Auch die Rockwerkstatt Lahr verliert ihre Probenräume in einem Bunker. Die Kündigungen wurden zum 30. Juni 2026 ausgesprochen. Die Mieter müssen geräumt übergeben.
Der Rückbau soll nach der Ausschreibung im Oktober beginnen und bis Ende September 2027 abgeschlossen sein. Die kalkulierten Gesamtkosten liegen aktuell bei rund 5,29 Millionen Euro – Tendenz steigend. Nicht eingerechnet sind mögliche Zusatzkosten etwa für Räumungsklagen oder Bodensanierung. Finanziert wird das Projekt außerhalb des regulären Haushalts über ein Rahmenkonto.
Neben vertraglichem Druck nennt die Verwaltung ökologische und wirtschaftliche Gründe: Die Entsiegelung soll Schadstoffrisiken minimieren und das Areal für Investoren vorbereiten. Klar ist jedoch: Der Zeitplan ist eng – und die Uhr tickt.
