Ganter-Areal: Abriss für ein neues Stadtquartier

Freiburg. Auf dem ehemaligen Ganter-Areal in Freiburg stehen mehrere Gebäude vor dem Abbruch. Das rund 5,3 Hektar große Gelände zwischen B31, Dreisam, Fabrikstraße und Schwarzwaldstraße soll grundlegend neu entwickelt werden. Geplant ist ein gemischtes Quartier mit Wohnungen, Büros, Dienstleistungen und Gewerbe.

Besonders umstritten ist der Umgang mit den historischen Gebäuden. Nach aktuellen Planungen sollen mehrere marode Bauwerke verschwinden. Erhalten bleiben soll dagegen unter anderem der markante Ganter-Turm, der künftig weiterhin an die Geschichte des traditionsreichen Freiburger Brauereistandorts erinnern soll.

Die Geschichte des Standorts ist eng mit der Brauerei Ganter verbunden. Ludwig Ganter gründete seine Brauerei 1865 zunächst in der Freiburger Innenstadt. 1877 erfolgte der Umzug auf das Areal der ehemaligen „Alten Ölmühle“, das später über Jahrzehnte zum Produktionsstandort der Brauerei wurde.

Der geplante Abriss sorgt allerdings für Kritik. Gegner argumentieren, dass gerade die Kombination aus historischer Bausubstanz und neuer Architektur dem künftigen Quartier Charakter verleihen könnte. Auch die sogenannte graue Energie, die bei Abriss und Neubau verloren geht beziehungsweise neu aufgewendet werden muss, spielt in der Debatte eine Rolle.

Der Freiburger Gemeinderat hat inzwischen den Weg für einen zweistufigen Architekturwettbewerb freigemacht. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden voraussichtlich im März 2028 vorgestellt. Damit beginnt die nächste Phase der Transformation des Ganter-Areals. Was dabei verloren geht, lässt sich nicht einfach ersetzen: Mit den alten Gebäuden verschwindet ein Teil der sichtbaren Freiburger Industrie- und Brauereigeschichte. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob sich das Areal verändert, sondern wie viel Vergangenheit der Neubau noch zulässt.

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