Frankfurt (Main). Die Zukunft des historischen Petrihauses in Frankfurt-Rödelheim ist gesichert. Der Magistrat hat den Ankauf des Kulturdenkmals beschlossen. Damit übernimmt die Stadt Verantwortung für einen Ort, der eng mit der Frankfurter Literatur- und Kulturgeschichte verbunden ist. Das idyllisch an der Nidda im Brentanopark gelegene Petrihaus geht auf ein Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert zurück. 1819 erwarb Georg Brentano das Gebäude und ließ es im Stil eines Schweizerhauses umgestalten.
Das Haus entwickelte sich zu einem Treffpunkt des literarischen Kreises um die Familie Brentano. Auch Johann Wolfgang von Goethe sowie weitere bedeutende Schriftsteller waren in Rödelheim zu Gast. Die Rettung des Gebäudes war keineswegs selbstverständlich. Noch vor rund zwei Jahrzehnten war das Petrihaus dem Verfall preisgegeben. Durch das Engagement von Bürgern und Unternehmen konnte es schließlich umfassend restauriert werden. 2003 wurde die Sanierung abgeschlossen und mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet.
Mit dem Kauf will Frankfurt den historischen Kulturort dauerhaft sichern. Der Förderverein Petrihaus soll das Gebäude auch künftig nutzen können. Vorgesehen ist, den Verein das Haus bis zu 20 Tage im Jahr für Veranstaltungen nutzen zu lassen. Damit soll das Petrihaus nicht nur als Baudenkmal erhalten bleiben, sondern weiterhin ein lebendiger Begegnungs- und Kulturort für Rödelheim und ganz Frankfurt sein.
Der Ankauf zeigt, dass Denkmalschutz nicht zwangsläufig beim Erhalt der Bausubstanz enden muss. Entscheidend ist auch die Frage, wie historische Orte dauerhaft mit Leben gefüllt werden können. Beim Petrihaus scheint dafür nun eine tragfähige Grundlage geschaffen worden zu sein.
