Ehemaliges Kinderheim bekommt neue Perspektive

Berlin. Ein jahrelang leerstehendes Kinderheim im Berliner Ortsteil Heiligensee soll eine neue Zukunft bekommen. Auf dem rund 7.900 Quadratmeter großen Grundstück am Rallenweg 2 soll die Jüdische Gemeinde Chabad Berlin künftig ein Zentrum jüdischen Lebens entwickeln. Eine vorläufige Besitzeinweisung wurde bereits unterzeichnet, der endgültige Vertrag steht allerdings noch aus. Das ehemalige Kindererholungsheim wurde 1955 vom damaligen Bezirksamt Tiergarten errichtet. Bis zu 360 Kinder aus dem Bezirk konnten dort in den Sommer- und Wintermonaten betreut werden. Heute steht das Ensemble unter Denkmalschutz. Zum Bestand gehören ein zweigeschossiges Hauptgebäude sowie mehrere eingeschossige Pavillons mit verbindenden offenen Gängen.

Vom ursprünglichen Zustand ist das Gebäudeensemble allerdings weit entfernt. Sämtliche Gebäude gelten als stark sanierungsbedürftig. Strom-, Wasser- und Heizungsleitungen müssen erneuert werden, zudem gibt es erhebliche Feuchtigkeitsschäden im Keller. Das Bezirksamt rechnet mit Sanierungskosten in Millionenhöhe. Gleichzeitig müssen sämtliche Gebäude erhalten und denkmalgerecht saniert werden.

Chabad Berlin möchte auf dem Gelände einen Ort für Begegnung, Bildung und religiöses Leben schaffen. Geplant sind unter anderem Veranstaltungen, Bildungsangebote und Workshops mit Schulen, Jugend- und Sozialeinrichtungen. Auch die Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Diskriminierung soll eine Rolle spielen. Die Entwicklung des ehemaligen Kinderheims wird allerdings anspruchsvoll. Das Grundstück liegt im Außenbereich unmittelbar am Landschaftsschutzgebiet Tegeler Forst. Größere bauliche Veränderungen sind deshalb nur eingeschränkt möglich. Natur- und Denkmalschutz setzen dem künftigen Betreiber enge Grenzen.

Noch ist offen, wann die Sanierung beginnt und wann das geplante Zentrum seinen Betrieb aufnehmen kann. Sicher ist jedoch: Für das einstige Kinderheim am Rallenweg zeichnet sich nach Jahren des Leerstands erstmals wieder eine konkrete Zukunft ab.

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