Feuer in ehemaligem Stasi-Bürohaus

Leipzig. Nach dem jüngsten Feuer im ehemaligen Stasi-Bürokomplex am Leipziger Matthäikirchhof verdichten sich die Hinweise auf eine Straftat. Wie die Polizei bestätigte, ermittelt ein Brandursachenermittler wegen des Verdachts der Brandstiftung. Das Feuer war am vergangenen Freitag im zweiten Obergeschoss des leerstehenden Gebäudes zwischen Goerdelerring und Großer Fleischergasse ausgebrochen. Angaben zur Schadenshöhe gibt es bislang nicht.

Bereits kurz vor Weihnachten hatte es in dem Komplex gebrannt. Am 20. Dezember wurde ein Kellerraum zerstört, in dem das Museum in der „Runden Ecke“ Teile seiner Sammlung lagerte. Der Raum brannte vollständig aus. Damals gingen die Ermittler von einer möglichen Selbstentzündung gelagerter Materialien aus – endgültig abgeschlossen sind die Untersuchungen jedoch nicht.

Brisant: In genau diesem Kellerbereich waren zuvor mehrfach Einbrecher eingedrungen. Laut Museumsleiter Tobias Hollitzer wurden massive Einbruchsspuren festgestellt, darunter eine aufgeflexte und später wieder verschweißte Stahltür. Erst nach dem Auszug städtischer Mitarbeiter im Oktober 2025 hätten die Einbrüche begonnen, so Hollitzer.

Das Gebäude steht inzwischen leer, wird aber weiterhin von der Stadt als Lagerfläche genutzt. Nach Informationen sollen dort unter anderem sensible Verwaltungsakten sowie Wahlunterlagen aufbewahrt werden. Die Stadt versichert, die Immobilie nach dem Dezember-Brand technisch gesichert zu haben.

Das Stadtgeschichtliche Museum ist ebenfalls betroffen – allerdings nur durch Verrußung in nicht direkt betroffenen Kellerräumen. Kulturgut sei nicht beschädigt worden.

Die erneuten Brände werfen ein Schlaglicht auf den maroden Zustand und die unklare Zukunft des geschichtsträchtigen Areals. Pläne für ein „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ liegen derzeit auf Eis. Während die Ermittlungen laufen, bleibt offen, ob hinter den Vorfällen gezielte Sabotage oder eine Serie von Einbrüchen mit Brandfolge steckt.

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