Ehemaliges Wilke-Wurst-Gelände vor neuer Zukunft

Twistetal-Berndorf. Das jahrelang leerstehende Gelände der ehemaligen Wilke-Wurstfabrik in Twistetal-Berndorf soll wiederbelebt werden. Die Gemeindevertreter haben sich nahezu einstimmig für die Frankfurter Lugmann-Gruppe als Investor entschieden. Damit ist der Weg für eine neue Nutzung des rund 30.000 Quadratmeter großen Areals frei. Anders als bei einem konkurrierenden Konzept ist kein vollständiger Abriss vorgesehen. Die bestehenden Gebäude sollen erhalten und umgestaltet werden. Geplant sind unter anderem neue Produktions- und Schulungsräume. Die Gemeinde sieht darin auch finanziell die bessere Lösung.

Ein zentraler Bestandteil der Planungen ist außerdem eine neue Grundschule mit Ganztagsangebot. Sie soll die beiden bestehenden Schulen in Twistetal ersetzen, die nach Einschätzung der Gemeinde für die künftigen Anforderungen nicht mehr ausreichend geeignet sind. Die Umsetzung des neuen Quartiers soll innerhalb der kommenden drei bis vier Jahre erfolgen. Für Twistetal ist die Entwicklung von großer Bedeutung: Das ehemalige Wilke-Werk war über Jahrzehnte ein wichtiger Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler der Region.

Die Wilke-Fabrik steht seit der Insolvenz und Schließung vor rund sieben Jahren leer. Die Gemeinde hatte das Gelände 2021 erworben und inzwischen unter dem Namen „Stukenhof“ neu aufgestellt. Während auf dem früheren Fabrikgelände nun die Zukunft geplant wird, läuft parallel die juristische Aufarbeitung des Wilke-Skandals. Drei ehemalige Verantwortliche müssen sich derzeit vor dem Landgericht Kassel unter anderem wegen des Vorwurfs fahrlässiger Tötung in elf Fällen verantworten.

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