Wickede (Ruhr). Auf der ehemaligen Mannesmann-Industriebrache mitten in Wickede (Ruhr) nimmt ein umfangreiches Wohnungsbauprojekt Gestalt an. Unter dem Namen „Wohnen am Park“ sollen rund 100 neue Wohnungen entstehen. Das Land Nordrhein-Westfalen bewertet die Planung als städtebaulich vorbildlich. Damit soll eine jahrzehntelang industriell genutzte Fläche eine völlig neue Funktion erhalten. Statt Produktionshallen und Gewerbeflächen soll dort künftig ein modernes Wohnquartier entstehen.
Die kommunale Wohnungsgenossenschaft Wickede hat Anfang August den Bauantrag für das erste Gebäude beim Kreis Soest eingereicht. Die Erschließungsarbeiten sollen bereits im Herbst 2026 beginnen, der Hochbau ist für Frühjahr 2027 vorgesehen. Der erste Bauabschnitt umfasst das Gebäude A2 mit neun Wohnungen und 14 Stellplätzen. Anschließend soll mit A1 ein weiteres Wohngebäude mit sechs größeren, ausdrücklich auf Familien ausgerichteten Wohnungen entstehen.
Ein Teil der Wohnungen soll öffentlich gefördert werden. Damit will die Gemeinde nicht ausschließlich neuen, hochpreisigen Wohnraum schaffen, sondern auch Wohnungen für Menschen mit geringerem Einkommen anbieten. Bereits bei der Gründung der kommunalen Wohnungsgenossenschaft war vorgesehen, mindestens 30 Prozent der Wohnungen öffentlich zu fördern. Auch energetisch soll das Quartier neue Maßstäbe setzen. Geplant sind Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen. Angestrebt wird der Standard eines bilanziellen Nullenergiegebäudes. Die Wohnungen und Außenbereiche sollen zudem vollständig barrierefrei gestaltet werden. Für eine spätere Installation von Ladestationen werden an den Stellplätzen entsprechende Leerrohre vorgesehen.
Besonders interessant ist der Wandel aus Sicht der Stadtentwicklung: Eine ehemalige Industriebrache, die nach dem Ende der Produktion einer ungewissen Zukunft entgegensah, soll wieder zu einem zentralen Bestandteil des Ortskerns werden. Das Projekt steht damit beispielhaft für die Umnutzung alter Gewerbestandorte. Wo einst Industriegeschichte geschrieben wurde, sollen künftig Familien, Senioren und andere Bewohner ein neues Zuhause finden. Noch ist der Wandel allerdings nicht abgeschlossen. Zunächst müssen Erschließung und Bauanträge vorankommen. Wenn die Zeitplanung eingehalten wird, könnten auf dem ehemaligen Mannesmann-Areal ab 2027 die ersten neuen Gebäude wachsen.
