Chemnitz. Der umstrittene Abriss des denkmalgeschützten Pöge-Gebäudes in Chemnitz zieht weitere Konsequenzen nach sich. Nach dem Abriss-Skandal wird nun gegen die Geschäftsführerin des verantwortlichen Unternehmens ermittelt. Im Mittelpunkt stehen die Umstände, unter denen das geschützte Gebäude weitgehend beseitigt wurde. Der Fall hatte für erhebliche Kritik gesorgt und erneut die Frage aufgeworfen, wie konsequent der Denkmalschutz in Chemnitz kontrolliert wird. Für die Betroffene gilt die Unschuldsvermutung.
Brisant ist zudem, dass offenbar bereits der nächste problematische Abriss droht. Damit gerät der Umgang mit historischen Gebäuden in Chemnitz erneut in den Fokus. Gerade in der ehemaligen Industriestadt stehen zahlreiche historische Fabriken und Gebäude leer. Viele sind sanierungsbedürftig, gleichzeitig besitzen sie einen hohen kulturhistorischen Wert.
Der aktuelle Fall zeigt einmal mehr das Dilemma: Ein Gebäude kann jahrzehntelang verfallen – verschwunden ist es innerhalb weniger Stunden.
