Schwerin. Die Schauburg in Schwerin steht vor dem endgültigen Aus: Das denkmalgeschützte Gebäude ist akut einsturzgefährdet und weiträumig abgesperrt. Bauzäune und Absperrbänder sichern den Bereich, die Mecklenburgstraße bleibt für Autos und Lieferverkehr bis mindestens Ende September voll gesperrt.
Ein statisches Gutachten bestätigt die Einsturzgefahr, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Auch die Bauaufsicht habe das Haus besichtigt. Eigentümerin und Behörden bereiten daher den Abriss vor. Selbst die Denkmalschutzbehörde hat zugestimmt – aus Sicherheitsgründen.
Längst geschlossene Kinotüren
Das traditionsreiche Lichtspielhaus gilt als ältestes Kino Mecklenburg-Vorpommerns. 1912 eröffnet, schrieb es fast ein Jahrhundert lang Kinogeschichte. 1995 lief die letzte Vorstellung, seither stand das Gebäude leer. Zwischenzeitlich diente es als Billigmarkt, zuletzt verschwand die Fassade hinter Planen.
Der große Kinosaal wurde bereits 2023 abgerissen, übrig blieb nur das Vorderhaus mit seiner denkmalgeschützten Fassade. Mehrfach wechselte die Immobilie in den vergangenen Jahren den Besitzer.
Mit dem bevorstehenden Abbruch verliert Schwerin ein Stück Kulturgeschichte – ein Kapitel, das über 100 Jahre zuvor begann.
