Penig. In Penig steht eine umfassende Aufwertung der Innenstadt bevor. Die Stadt erhält insgesamt 6,1 Millionen Euro Fördermittel, die unter anderem in das Areal der ehemaligen Peniger Spezialitäten-Brauerei sowie in die Neugestaltung des Marktplatzes fließen sollen. Damit könnte sich für eine der markantesten historischen Industriebrachen der Stadt eine neue Perspektive eröffnen. Besonders interessant ist das frühere Brauereigelände. Die traditionsreiche Peniger Brauerei stellte nach einer Insolvenz im Jahr 2013 den Betrieb endgültig ein.
Das Areal blieb anschließend als Zeugnis der einst bedeutenden Brauereigeschichte zurück. Die Stadt hatte das knapp 3.000 Quadratmeter große Gelände bereits 2019 erworben. Nun soll mit Hilfe der Fördermittel eine neue Nutzung des Areals ermöglicht werden. Damit könnte sich der ehemalige Produktionsstandort von einer leerstehenden Industrieimmobilie zu einem Bestandteil der künftigen Innenstadtentwicklung wandeln.
Die Peniger Brauereigeschichte reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Die zuletzt als Peniger Spezialitäten-Brauerei firmierende Anlage produzierte unter anderem Bier in Bügelverschlussflaschen. Nach mehreren wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Übernahmen kam 2012 die Produktion der Torgauer Biere hinzu. Doch auch diese Erweiterung konnte den Niedergang nicht verhindern. Im September 2012 wurde Insolvenz angemeldet, im Mai 2013 endete die Bierproduktion in Penig endgültig. Später übernahm das Brauhaus Hartmannsdorf die Markenrechte und den Standort.
Neben dem Brauereiareal soll auch der Peniger Marktplatz von der Förderung profitieren. Ziel ist eine städtebauliche Aufwertung des zentralen Bereichs und damit eine attraktivere Innenstadt. Die Verbindung beider Projekte ist für Penig besonders interessant: Während der Marktplatz das historische Zentrum stärken soll, bietet das ehemalige Brauereigelände die Möglichkeit, eine lange Zeit brachliegende Industriefläche wieder in das Stadtgefüge zu integrieren.
Für die Lost-Places-Perspektive ist das Projekt besonders spannend. Das ehemalige Brauereigelände steht beispielhaft für zahlreiche historische Produktionsstandorte in Sachsen, deren ursprüngliche Nutzung nach der Wende oder infolge wirtschaftlicher Veränderungen endete. Mit den nun zugesagten Millionenmitteln könnte sich das Bild jedoch grundlegend verändern. Statt weiterer Verfall oder Abriss steht eine Revitalisierung des historischen Standorts im Raum. Die Geschichte der Peniger Brauerei könnte damit nicht nur dokumentiert, sondern möglicherweise auch baulich in die zukünftige Entwicklung der Stadt integriert werden.
