Barver. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Restaurierung der Windmühle im niedersächsischen Barver mit 50.000 Euro. Die Fördermittel stammen aus Spenden sowie aus der Lotterie GlücksSpirale. Die Maßnahme ist Teil des bundesweiten Engagements der DSD, die 2025 ihr 40-jähriges Bestehen feiert und allein in Niedersachsen bereits über 560 Denkmale gefördert hat.
Die aus dem Jahr 1865 stammende Windmühle, ein sogenannter Turmgalerieholländer, prägt bis heute das Landschaftsbild nördlich von Barver im Landkreis Diepholz. Das 20 Meter hohe technische Denkmal war bis 1961 in Betrieb und weist eine ungewöhnlich gut erhaltene Innenausstattung auf, die drei verschiedene Nutzungen dokumentiert: als Mehl-, Graupen- und Ölmühle. Damit ist sie in Niedersachsen ein einzigartiges Zeugnis der regionalen Mühlengeschichte.
Rettung eines technischen Kulturguts mit Seltenheitswert
Trotz einer umfangreichen Restaurierung in den 1980er- und 1990er-Jahren ist das Bauwerk erneut stark sanierungsbedürftig. Die reetgedeckte Kappe ist instabil, Flügel und Galerie fehlen, Efeu hat Teile des Mauerwerks beschädigt. Um die denkmalgeschützte Mühle dauerhaft zu bewahren, gründete sich 2023 ein Verein zur Rettung der Mühle.
Die DSD erkennt den hohen historischen Wert des Bauwerks an: Die Mühle wurde jüngst als „national bedeutend“ eingestuft – nicht zuletzt wegen der weitgehend originalen Technik, die noch heute im Inneren zu sehen ist. Unterstützt wird das Denkmalprojekt durch eine gezielte Förderpartnerschaft mit Lotto.
Ein Dorf, eine Mühle, eine Vision
Neben der Windmühle steht ein kleines, denkmalgeschütztes Backhaus in Fachwerkbauweise. Die Vision des neu gegründeten Vereins: Die Mühle soll nicht nur gesichert, sondern wieder erlebbar gemacht werden – als Ort für Technikgeschichte, regionale Identität und lebendige Vermittlung ländlicher Kultur.
