Kulpin. Das historisch wertvolle Gutshaus Kulpin im Kreis Herzogtum Lauenburg erhält finanzielle Unterstützung für dringend notwendige Sicherungsmaßnahmen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt aus dem Dr. Karin Pfeiffer-Fonds sowie aus Erträgen der Lotterie GlücksSpirale 20.000 Euro zur Verfügung. Mit den Mitteln sollen die Nordfassade des Gebäudes gesichert und zugleich Untersuchungen sowie Malproben an der klassizistischen Architekturmalerei vorgenommen werden.
Das Gutshaus liegt malerisch auf einer Anhöhe oberhalb des Kulpiner Sees und prägt das Ortsbild des kleinen Dorfes Kulpin bis heute. Es zählt zu den bedeutendsten noch erhaltenen ehemaligen Adelssitzen im Herzogtum Lauenburg und ist ein wichtiges Zeugnis der regionalen Bau- und Gutshofgeschichte.
Errichtet wurde das Herrenhaus im Jahr 1704 durch den Hofrat Kilian von Schrader. Zeitgleich entstand südlich des Wohngebäudes ein Pferdestall, der den damaligen Gutsbetrieb ergänzte. In seiner ursprünglichen Form präsentiert sich das Gutshaus als zweigeschossiges Fachwerkgebäude mit hohem Krüppelwalmdach.
Die Konstruktion besteht aus drei Fachwerkfassaden, die auf einem stabilen Feldsteinfundament ruhen. Eine Besonderheit stellt die Westfassade dar: Sie wurde Anfang des 19. Jahrhunderts durch eine massive, verputzte Außenwand ersetzt und dokumentiert damit eine frühe Umbauphase. Weitere bauliche Veränderungen folgten um 1900 sowie in den Jahrzehnten danach, was die lange Nutzungsgeschichte des Gebäudes anschaulich widerspiegelt.
Architektonisch reizvoll ist insbesondere der Bereich der Ostfassade. Dort wurde ein kleiner Freisitz angelegt, der mit quadratischen Pfeilern an den Ecken sowie einer Säulenstellung im mittleren Durchgang gestaltet ist. Diese Elemente verleihen dem Gutshaus eine repräsentative Note und verweisen auf den gestalterischen Anspruch früherer Besitzer.
Die nun geförderten Maßnahmen sind aus denkmalpflegerischer Sicht von großer Bedeutung. Die Sicherung der Nordfassade soll weitere Substanzverluste verhindern. Gleichzeitig ermöglichen die Untersuchungen der klassizistischen Architekturmalerei neue Erkenntnisse über die ursprüngliche Farb- und Fassadengestaltung des Hauses. Die Ergebnisse sollen eine fachgerechte Restaurierung vorbereiten und das historische Erscheinungsbild langfristig bewahren.
Mit der Förderung setzt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ein weiteres Zeichen für den Erhalt bedeutender Gutshäuser im ländlichen Raum – Bauwerke, die nicht nur architektonisch, sondern auch kulturgeschichtlich von hoher Bedeutung sind.
