Mehr als 5.500 Denkmale öffnen ihre Türen

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Am 13. September 2026 wird Deutschland wieder zum Schauplatz einer außergewöhnlichen Reise durch die Bau- und Kulturgeschichte. Beim Tag des offenen Denkmals öffnen bundesweit mehr als 5.500 historische Orte ihre Türen. Besucher erhalten dabei Einblicke in Gebäude und Anlagen, die im Alltag häufig nicht öffentlich zugänglich sind. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat das Programm inzwischen veröffentlicht. Neben den geöffneten Denkmalen stehen mehr als 800 geführte Denkmal-Touren auf dem Programm. Der überwiegende Teil der Veranstaltungen ist kostenlos.

„NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ als Jahresmotto

Im Mittelpunkt steht 2026 das Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Damit richtet sich der Blick auf historische Orte, an denen Menschen, Waren, Informationen und Energie miteinander verbunden wurden. Das Spektrum reicht von ehemaligen Güterbahnhöfen und historischen Fabriken über Bunker und Brücken bis hin zu Gartenstädten, Gaswerken und alten Handwerksbetrieben. Damit rückt der Aktionstag nicht nur bekannte Baudenkmale, sondern auch die oftmals weniger beachteten infrastrukturellen Zeugnisse vergangener Epochen in den Mittelpunkt.

Von Bunkern bis historischen Fabriken

Welche Vielfalt das Programm bietet, zeigen bereits einige der angekündigten Veranstaltungen. In Brandenburg können Besucher unter anderem die Nachrichtentechnik aus der Zeit des Kalten Krieges im Bunker Ladeburg in Bernau kennenlernen. In der mehr als 400 Jahre alten Schmiede in Werneuchen wird sogar historisches Handwerk praktisch erlebbar. In Rheinland-Pfalz öffnet die ehemalige Tuchfabrik Gebrüder Haas in Lambrecht. Dort sind Gespräche mit Zeitzeugen und ein Quiz zur Geschichte der Tuchproduktion geplant. In Mecklenburg-Vorpommern gibt der Bahnhof Lübstorf Einblicke in die Sanierung eines historischen Bauwerks und in die Rettung seiner originalen Bausubstanz.

Bamberg ist zentrale Eröffnungsstadt

Eine besondere Rolle übernimmt in diesem Jahr Bamberg. In der fränkischen UNESCO-Welterbestadt findet die zentrale bundesweite Eröffnung des Tags des offenen Denkmals als Open-Air-Veranstaltung statt. Insgesamt sollen dort mehr als 50 Denkmale für Besucher zugänglich sein. Damit wird Bamberg zum Ausgangspunkt für einen Aktionstag, der deutschlandweit historische Gebäude, technische Anlagen, Infrastrukturdenkmale und Kulturlandschaften miteinander verbindet.

Programm lässt sich individuell zusammenstellen

Wer bereits jetzt nach passenden Zielen sucht, kann das bundesweite Programm online durchsuchen. Veranstaltungen lassen sich nach Region und persönlichen Interessen filtern. Auch Kriterien wie Barrierefreiheit oder Angebote für Kinder können bei der Suche berücksichtigt werden. Zusätzlich steht eine App zur Verfügung, mit der sich persönliche Routen zusammenstellen, Favoriten speichern und Denkmalziele auf einer Karte anzeigen lassen. Das Programm wird bis zum Aktionstag weiter ergänzt.

Denkmalpflege zum Anfassen

Der Aktionstag soll nicht allein historische Architektur präsentieren. Vielmehr geht es darum, Denkmalpflege unmittelbar erlebbar zu machen und Besucher mit Eigentümern, Vereinen, Initiativen, Handwerkern und Fachleuten ins Gespräch zu bringen. Seit 1993 wird der Tag des offenen Denkmals von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordiniert. Er ist zugleich der deutsche Beitrag zu den europäischen European Heritage Days. Vor Ort wird das Programm von zahlreichen privaten und öffentlichen Akteuren gestaltet.

Historische Orte zwischen Erhalt und Zukunft

Gerade das diesjährige Motto macht deutlich, dass Denkmale nicht ausschließlich als Zeugnisse vergangener Zeiten verstanden werden können. Bahnhöfe, Brücken, Fabriken, Versorgungseinrichtungen oder Bunker erzählen auch davon, wie sich Gesellschaft, Technik und Infrastruktur verändert haben. Der Tag des offenen Denkmals bietet damit die Gelegenheit, hinter ansonsten verschlossene Türen zu schauen und historische Bausubstanz aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. Für Lost-Place-Interessierte, Architekturfreunde, Technikbegeisterte und Familien dürfte das Programm zahlreiche ungewöhnliche Ziele bereithalten.

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