Niederstotzingen. Die Burgruine Kaltenburg bei Niederstotzingen bekommt erneut Unterstützung für ihre Sicherung. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg stellt der Interessengemeinschaft Kaltenburg e.V. 50.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale zur Verfügung. Mit dem Geld soll ein weiterer Abschnitt der historischen Ruine saniert und dauerhaft gesichert werden. Im Mittelpunkt stehen die Außenmauern des ehemaligen Jagdhauses sowie des Nordostturms. Das Mauerwerk ist an mehreren Stellen geschädigt und muss stabilisiert werden. Dafür sollen unter anderem beschädigte Steine ausgetauscht und die bestehenden Mauerkonstruktionen verfestigt werden.
Seit Jahren gegen den Verfall
Die Sanierung der Kaltenburg ist längst ein Projekt mit langem Atem. Die Interessengemeinschaft Kaltenburg engagiert sich seit ihrer Gründung im Jahr 2014 für den Erhalt der Anlage. Die Denkmalstiftung hat die Arbeiten bereits mehrfach unterstützt. 2016 flossen 50.000 Euro aus Stiftungsmitteln in die Restaurierung. Zwei Jahre später folgten weitere 100.000 Euro aus Mitteln der GlücksSpirale. Im selben Jahr wurde die Interessengemeinschaft zudem mit dem Bürgerpreis der Denkmalstiftung Baden-Württemberg ausgezeichnet.
Baureste aus mehreren Jahrhunderten
Die Kaltenburg ist weit mehr als eine romantische Ruinenkulisse. Die erhaltenen Baureste reichen vom 13. bis in das 17. Jahrhundert und dokumentieren verschiedene Phasen der Geschichte der Anlage. Gerade bei einer Ruine ist der Erhaltungsaufwand enorm: Was nicht regelmäßig kontrolliert und gesichert wird, droht durch Witterung und eindringende Feuchtigkeit weiter auseinanderzubrechen. Die aktuellen Arbeiten sollen deshalb nicht zu einem Wiederaufbau führen. Ziel ist vielmehr, die vorhandene Ruine in ihrer gewachsenen Form zu bewahren und ihren weiteren Verfall zu verhindern.
Denkmal bleibt erlebbar
Mit der Sanierung soll die Kaltenburg auch künftig für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Führungen und Veranstaltungen sollen weiterhin möglich sein. Damit verbindet das Projekt Denkmalpflege mit einer aktiven Nutzung der historischen Anlage. Für die Interessengemeinschaft bedeutet die erneute Förderung zugleich Anerkennung für ein Engagement, das seit mehr als einem Jahrzehnt anhält. Die Kaltenburg zeigt dabei exemplarisch, wie viel Aufwand notwendig ist, um eine Ruine nicht zur endgültigen Ruine werden zu lassen. Jeder gesicherte Mauerabschnitt verlängert die Lebensdauer des Denkmals – und hält ein Stück mittelalterlicher Geschichte für kommende Generationen sichtbar.
