Bonn. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat den Gewinner des bundesweiten Fotowettbewerbs „Denkmalschnappschuss 2026“ gekürt. Rund 450 Fotos wurden in diesem Jahr eingereicht. Gesucht waren besondere fotografische Blicke auf Denkmale und historische Infrastruktur – passend zum Jahresmotto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Den ersten Platz sicherte sich der Rostocker Fotograf Frederik Nagies. Sein Siegerbild zeigt eine historische Gasolin-Tankstelle aus Brem, die heute im Freilichtmuseum Glentleiten im bayerischen Großweil zu sehen ist.
Unspektakuläres Detail wird zum Sieger
Die Tankstelle wurde 1955/56 errichtet und steht heute als Zeugnis der deutschen Mobilitätsgeschichte im Freilichtmuseum. Im Mittelpunkt des Siegerfotos steht jedoch nicht das Gebäude selbst, sondern ein kleines Detail: ein sogenanntes „Tankruf“-Schild. Gerade dieser unscheinbare Gegenstand überzeugte die Jury. Das Motiv macht sichtbar, wie selbstverständlich historische Infrastruktur einst in den Alltag eingebunden war. Mobilität, Versorgung und Technik erscheinen dabei nicht als abstrakte Begriffe, sondern als Teil des täglichen Lebens.
Historische Infrastruktur im Fokus
Der Wettbewerb richtete sich an Hobby- und Profifotografen gleichermaßen. Entscheidend waren neben der Bildkomposition und dem Umgang mit Licht und Schatten vor allem die Verbindung des Motivs mit dem diesjährigen Jahresthema. Auf den zweiten Platz kam ein historischer Wasserspeicher aus Esslingen. Rang drei belegte ein Motiv der Fachhochschule Bergedorf in Hamburg. Insgesamt wurden zehn Gewinnerfotos ausgewählt. Die drei Erstplatzierten erhalten ihre Motive zusätzlich als hochwertige Wandbilder auf Alu-Dibond.
Fotografie als Werkzeug für den Denkmalschutz
Der Wettbewerb zeigt, dass Denkmalschutz nicht ausschließlich von großen Schlössern, Kirchen oder spektakulären Ruinen lebt. Oft sind es gerade die kleinen Details, die den historischen Wert eines Ortes sichtbar machen. Ein Schild, ein Bauteil oder eine technische Einrichtung kann dabei mehr über vergangene Lebenswelten erzählen als ein perfekt restauriertes Gebäude.
Die DSD will den Fotowettbewerb auch 2027 fortsetzen. Ab Juni kommenden Jahres sollen wieder Einsendungen möglich sein. Der „Denkmalschnappschuss“ wird damit zu einer jährlichen Einladung, bekannte und unbekannte Denkmale mit einem eigenen Blick neu zu entdecken.
Online sind die Fotos und ihre Beschreibungen einsehbar unter www.tag-des-offenen-denkmals.de/fotoaktion.
