15.000 Euro für die St.-Johannes-Kirche in Schaprode

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert
Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

Schaprode. Die St.-Johannes-Kirche im Zentrum von Schaprode erhält finanzielle Unterstützung für dringend notwendige Erhaltungsarbeiten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt dafür 15.000 Euro aus ihrem Stiftungsfonds Dorfkirchen bereit. Der symbolische Fördervertrag soll am 4. November 2026 durch Joachim von Marschall, Ortskurator Rügen der Stiftung, an Pastor Dr. Martin Holz übergeben werden. Mit der Förderung wird die Sanierung des Fußbodens unterstützt. Bereits in den Jahren 2022 und 2025 hatte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Arbeiten an dem historischen Kirchengebäude gefördert. Die erneute Unterstützung unterstreicht die Bedeutung des Bauwerks und den kontinuierlichen Einsatz für seinen Erhalt.

Eine der ältesten Kirchen auf Rügen

Die Geschichte der St.-Johannes-Kirche reicht bis in das frühe 13. Jahrhundert zurück. Das Gotteshaus wurde ursprünglich als Basilika errichtet und spielte eine wichtige Rolle bei der Christianisierung der Insel Rügen. Damit gehört es zu den ältesten erhaltenen Kirchenbauten der Region. Im Jahr 1450 wurde das ursprünglich romanische Kirchenschiff verkleinert und durch einen gotischen Bau ersetzt. Weitere bauliche Veränderungen folgten im 16. Jahrhundert sowie zwischen 1666 und 1668. Das heutige Erscheinungsbild ist deshalb von mehreren Bauphasen geprägt, die unterschiedliche Epochen der Kirchen- und Architekturgeschichte widerspiegeln.

Romanischer Chor als besonderes Baudetail

Besonders bemerkenswert ist der Chorbereich der Kirche. Der stark eingezogene, quadratische Chor mit seiner Apsis stammt noch aus der ursprünglichen romanischen Anlage. Er gilt als bedeutendes Beispiel spätromanischer Baukunst auf Rügen und macht die frühe Baugeschichte des Gotteshauses bis heute ablesbar. Der große Backsteinbau besteht aus einem vierjochigen Kirchenschiff, einem Westturm und dem älteren Chorbereich. Zur historischen Ausstattung gehören unter anderem ein barocker Patronatsstuhl aus dem Jahr 1723 sowie ein Altar aus dem 18. Jahrhundert. Architektur und Ausstattung dokumentieren damit die lange religiöse und gesellschaftliche Geschichte des Ortes.

Langfristiger Erhalt eines historischen Gotteshauses

Die aktuelle Förderung ist Teil eines längerfristigen Engagements für die Kirche. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat nach eigenen Angaben allein in Mecklenburg-Vorpommern bereits mehr als 660 Denkmalprojekte unterstützt. Die Mittel stammen unter anderem aus privaten Spenden und Erträgen der Lotterie GlücksSpirale. Gerade Dorfkirchen sind häufig auf kontinuierliche Instandhaltung und externe finanzielle Unterstützung angewiesen. Sie sind nicht nur Orte des Glaubens, sondern prägen vielerorts das Ortsbild und bewahren wichtige Zeugnisse regionaler Bau- und Kulturgeschichte.

In Schaprode geht es deshalb um mehr als die Reparatur eines Fußbodens. Mit der Sicherung der historischen Substanz bleibt ein Bauwerk erhalten, das die Entwicklung der Insel Rügen seit dem Mittelalter begleitet. Die St.-Johannes-Kirche ist damit ein bedeutendes Stück norddeutscher Kirchen- und Architekturgeschichte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert