Fördermittel für evangelische Kirche St. Vitus in Brüheim

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Mertesacker
Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Mertesacker

Brüheim. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die evangelische Kirche St. Vitus in Brüheim, einem Ortsteil der Gemeinde Nessetal im Landkreis Gotha, mit 8.000 Euro. Die Mittel sind für Putz- und Stuckarbeiten im Kirchenschiff vorgesehen. Finanziert wird die Förderung durch private Spenden und Erträge der Lotterie GlücksSpirale. Die Schäden an den Innenflächen machen eine fachgerechte Instandsetzung erforderlich. Ziel ist es, die historische Substanz zu sichern und den Innenraum in seinem überlieferten Erscheinungsbild zu bewahren. Die Kirche gehört seit 2017 zu den Denkmalen, deren Erhalt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Thüringen unterstützt.

Kirche prägt den alten Ortskern von Brüheim

St. Vitus nimmt eine zentrale Stellung im Ortsbild ein. Die Chorturmkirche ist in Ost-West-Richtung ausgerichtet und markiert den alten Ortskern. Ihr heutiges Erscheinungsbild geht wesentlich auf eine umfassende Umgestaltung im Jahr 1818 zurück. Aus der älteren Bauphase blieb insbesondere der Chorturm erhalten. Das Langhaus ist als schlichter Saalbau ausgeführt und wird von einem abgewalmten Satteldach abgeschlossen. Eine Apsis besitzt die Kirche nicht. Der westliche Eingang führt in einen Innenraum, dessen Gestaltung deutlich von der frühklassizistischen Umgestaltung des frühen 19. Jahrhunderts geprägt ist.

Frühklassizistischer Innenraum mit mittelalterlichen Zeugnissen

Im Inneren überspannt ein Muldengewölbe den Kirchenraum. An drei Seiten befinden sich zweigeschossige Emporen, die dem Raum seine charakteristische Gliederung geben. Die Gestaltung wirkt bewusst zurückhaltend: Farbreduzierte Flächen und klare Formen bestimmen den frühklassizistischen Gesamteindruck. Doch hinter dieser vergleichsweise schlichten Erscheinung verbirgt sich eine deutlich ältere Geschichte. Aus dem Mittelalter sind ein Taufstein mit Rundbogenfries sowie ein Kruzifixus erhalten. Beide Ausstattungsstücke stammen vermutlich aus dem 13. Jahrhundert und gehören damit zu den ältesten historischen Zeugnissen des Gotteshauses.

Die Verbindung aus mittelalterlichen Objekten, erhaltenem Chorturm und klassizistischer Raumgestaltung macht St. Vitus zu einem vielschichtigen Baudenkmal. Mehrere Jahrhunderte Kirchen- und Ortsgeschichte lassen sich an dem Gebäude ablesen.

Denkmalpflege sichert historische Bausubstanz

Die aktuelle Förderung ist ein weiterer Beitrag zum Erhalt des Kirchengebäudes. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnte nach eigenen Angaben seit 2017 allein in Thüringen mehr als 600 Denkmale unterstützen. Bundesweit engagiert sich die private Initiative seit 1985 für gefährdete Baudenkmale und fördert jährlich zahlreiche Sanierungs- und Restaurierungsprojekte. Gerade bei historischen Kirchen ist die kontinuierliche Instandhaltung entscheidend. Schäden an Putz und Stuck können nicht nur das Erscheinungsbild beeinträchtigen, sondern langfristig auch die darunterliegende Bausubstanz gefährden. Eine fachgerechte Restaurierung trägt dazu bei, historische Oberflächen und handwerkliche Details für kommende Generationen zu erhalten.

Mit den 8.000 Euro für St. Vitus wird ein weiterer Schritt zur Sicherung eines ortsbildprägenden Bauwerks ermöglicht. Die Kirche bleibt damit nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein bedeutendes Zeugnis der Bau- und Kulturgeschichte im Nessetal.

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