Vortrag: Fledermäuse und Lost Places

Foto: pexels.com/Peter Scott
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Großhansdorf. Leerstehende Gebäude gelten für Menschen häufig als Problem: Sie verfallen, verlieren ihre ursprüngliche Funktion und werden irgendwann zum Abrisskandidaten. Für Fledermäuse können solche Orte jedoch ganz anders aussehen. Unzugängliche Dachräume, Spalten, Keller oder verborgene Gebäudeteile bieten den nachtaktiven Tieren geeignete Quartiere – und machen manche Lost Places zu überraschend wertvollen Lebensräumen. Genau diese Verbindung steht im Mittelpunkt eines Vortrags, zu dem der Heimatbund Stormarn und der Heimatverein Großhansdorf-Schmalenbeck einladen. Unter dem Titel „Fledermäuse und Lost Places“ soll die verborgene Welt der Tiere näher beleuchtet werden.

Zwischen Wald, Ruinen und verborgenen Quartieren

Gerade in der waldreichen Umgebung von Großhansdorf finden Fledermäuse günstige Bedingungen. Wälder und Grünflächen liefern Nahrung, während Bäume und Gebäude zahlreiche potenzielle Verstecke bieten. Für die Tiere sind dabei nicht nur natürliche Baumhöhlen interessant. Auch von Menschen geschaffene Strukturen können als Quartiere dienen. Damit bekommt der Begriff Lost Place eine zweite Bedeutung. Was für den Menschen ein aufgegebenes Gebäude ist, kann für Fledermäuse ein geschützter Rückzugsort sein. Der scheinbare Verfall wird damit zu einem Bestandteil eines funktionierenden Ökosystems.

Die geheimnisvolle Welt der Nachtjäger

Referent Dirk-Peter Meckel beschäftigt sich seit Jahren praktisch mit Fledermäusen und ist unter anderem in Artenhilfsprogrammen des Landes Schleswig-Holstein sowie in NABU-Projektgruppen aktiv. In seinem Vortrag will er Einblicke in die Lebensweise der Tiere, ihre außergewöhnlichen Sinnesleistungen und ihren Schutz geben. Eine Bildpräsentation soll die Ausführungen ergänzen.

Besonders spannend ist dabei die Frage, wo die Tiere ihre Quartiere finden und weshalb diese für Menschen häufig unsichtbar bleiben. Gerade bei verlassenen Gebäuden kann eine genaue Untersuchung deshalb wichtige Erkenntnisse liefern, bevor Sanierung, Umbau oder Abriss beginnen.

Wenn der Abriss zum Problem für den Artenschutz wird

Für die Lost-Places-Szene steckt darin eine wichtige Botschaft: Ein verlassenes Gebäude ist nicht automatisch wertlos. Mit zunehmendem Leerstand können sich neue ökologische Funktionen entwickeln. Fledermäuse sind dabei besonders auf geeignete Quartiere angewiesen, weil viele natürliche und bauliche Rückzugsorte durch Sanierungen, Umbauten und Abrisse verloren gehen.

Das bedeutet nicht, dass jeder Lost Place unangetastet bleiben muss. Es zeigt aber, dass vor einem Rückbau genauer hingeschaut werden sollte. Wo Menschen nur bröckelnden Putz, morsche Balken und leere Räume sehen, können geschützte Tierarten längst einen Lebensraum gefunden haben.

Vortrag in Großhansdorf

Der Vortrag „Fledermäuse und Lost Places“ findet am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 19 Uhr im Rathaus Großhansdorf statt. Veranstaltungsort ist Barkholt 64. Der Eintritt ist frei, Spenden zugunsten des Fledermausschutzes sind willkommen. Damit rückt ein Aspekt in den Mittelpunkt, der bei der Diskussion über verlassene Gebäude häufig übersehen wird: Lost Places sind nicht nur Zeugnisse vergangener Nutzungen. Mitunter entwickeln sie sich zu Rückzugsorten für Arten, die in einer zunehmend aufgeräumten Landschaft kaum noch geeignete Lebensräume finden. Der Verfall erzählt dann nicht nur von der Vergangenheit – er kann auch Teil einer neuen, überraschenden Naturgeschichte sein.

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