Saatgutspeicher Petkus (1/2025)

Foto: Landkreis Teltow-Fläming
Foto: Landkreis Teltow-Fläming

Petkus ist seit dem späten 19. Jahrhundert durch den Roggen- und Haferzüchter Ferdinand von Lochow weit über Deutschlands Grenzen hinaus in der Landwirtschaft bekannt geworden. Dank seiner bedeutenden Leistungen in der Pflanzenzüchtung konnten die damals sehr niedrigen Erträge im Fläming-Gebiet erheblich verbessert werden. Diese erfolgreiche Tradition wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg im neu gegründeten Saatzuchtbetrieb VEG Saatzucht Petkus fortgeführt.

Anfang der 1960er Jahre entstand am östlichen Rand des Parkgeländes, in der Nähe der alten Saatzuchtanlagen von Lochow, ein imposanter Speicher. Das mehrgeschossige Gebäude wurde überwiegend in monolithischer Stahlbetonbauweise errichtet, wobei die Silozellenwände aus Fertigteilen gefertigt sind. Das steile Satteldach ist mit traditionellen rotfarbenen Doppelfalzziegeln gedeckt.

Die Architektur des Speichers besticht durch klare, strenge Linien: Die Giebel- und Traufseiten sind durch kräftige Stahlbetonpfeiler optisch in sechs beziehungsweise neun Abschnitte unterteilt. Die Fenster sind in einfachen oder doppelten Reihen als Bandfenster angeordnet. Farblich kontrastieren putzfarbene konstruktive Elemente mit rot-ockerfarbenen Bereichen an den Giebelfassaden sowie tieferliegenden Flächen. Die glatt verputzte Fassade wird an der Hauptseite mit der Laderampe durch eine auffällige Viergeschossigkeit geprägt, die durch das Heraustreten der mittleren Felder über die Trauflinie entsteht.

Technisch war der Speicher seiner Zeit weit voraus. Über sechs Etagen wurden täglich bis zu 30 Tonnen Getreide getrocknet, gereinigt und gelagert. Das Gewicht der angelieferten Ware wurde auf Durchlaufwaagen ermittelt. Die Trocknung erfolgte in der Siloanlage mithilfe eines Wärmepumpenprinzips, das dem Getreide innerhalb von zwei bis drei Tagen die Feuchtigkeit auf acht bis zehn Prozent reduzierte – ein Prozess, der auf natürlichem Weg deutlich länger dauert. Anschließend wurde das Getreide mechanisch gereinigt und in zwölf Fertigsilos oder sackweise bis zum Weiterverkauf gelagert.

Vor der Verpackung wurde die Qualität der Saat manuell geprüft. Danach wurde das Getreide gebeizt und als Sackware vorbereitet. Neben der Getreidetrocknung gab es auch eine Anlage zur Trocknung von Maiskolben. Besonderes Augenmerk legte man auf eine effiziente Entstaubung, vor allem an den Waagen, Reinigungsmaschinen und Elevatorköpfen.

Der gesamte Betrieb konnte von einem einzelnen Speichermeister von einer zentralen Kontrollwarte aus gesteuert und überwacht werden. Dieser 750-Tonnen-Einmannspeicher galt damals als einer der modernsten im mitteldeutschen Raum und besitzt heute aufgrund seiner orts-, bau- und technikhistorischen Bedeutung Denkmalwert.

Denkmal des Quartals

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