Essen. Die Zechenmauer an der Kraspothstraße im Essener Stadtteil Katernberg muss erneut instand gesetzt werden. Unbekannte haben die Mauer und das darauf befindliche Kunstwerk mit Graffiti verunstaltet. Darunter befinden sich nach Angaben der Stadt auch teilweise verfassungswidrige Schmierereien. Besonders bitter: Die Gestaltung war erst 2024 aufwendig überarbeitet und wiederhergestellt worden. Nun soll ein Malerbetrieb die Schäden beseitigen. Die Arbeiten haben am 27. Oktober begonnen.
22.000 Euro für die Wiederherstellung
Für die erneute Instandsetzung veranschlagt die Stadt Essen rund 22.000 Euro. Finanziert wird die Maßnahme aus städtischen Eigenmitteln sowie Geldern der Bezirksvertretung VI. Nach Angaben der Verwaltung wurde der Auftrag zuvor vergabe- und fachlich geprüft und anschließend an einen Malerbetrieb vergeben. Die Stadt begründet die Entscheidung auch mit dem Wunsch aus der Bürgerschaft und der Bezirkspolitik, die Schmierereien zu beseitigen und das Kunstwerk wiederherzustellen. Die Mauer gilt als ein Stück lokaler Identität in Katernberg. Ihre Motive waren gemeinsam mit Kindern entwickelt worden.
Kunstwerk mit Geschichte – bereits 2024 überarbeitet
Die künstlerische Gestaltung der Zechenmauer geht auf das Jahr 1996 zurück. Damals wurde sie von drei Künstlerinnen geschaffen. Im Rahmen eines Projekts zur Sanierung und Weiterentwicklung wurde die Mauer 2024 umfassend gereinigt und gemeinsam mit einer der ursprünglichen Künstlerinnen gestalterisch überarbeitet. Die Arbeiten wurden im Mai 2024 zum Tag der Städtebauförderung offiziell vorgestellt. Damals trugen Bund und Land den größten Teil der Kosten: 80 Prozent der Finanzierung stammten aus Städtebaufördermitteln, die übrigen 20 Prozent aus dem städtischen Haushalt. Nur gut zwei Jahre später muss die Stadt erneut Geld in die Beseitigung von Vandalismusschäden investieren.
Stadt kündigt letzte Instandsetzung an
Die aktuelle Reparatur soll nach dem Willen der Verwaltung die letzte ihrer Art sein. Hintergrund ist die angespannte Haushaltslage. Zudem können für die neuerliche Maßnahme keine Städtebaufördermittel eingesetzt werden. Die Stadt macht deshalb deutlich, dass sie weitere Instandsetzungen unter den derzeitigen finanziellen Bedingungen nicht zusagen kann.
Gleichzeitig appelliert die Verwaltung an die Bevölkerung, aufmerksam zu sein und weiteren Vandalismus zu verhindern. Ob das Kunstwerk dauerhaft erhalten bleibt, hängt damit nicht allein von der jetzt finanzierten Reparatur ab. Auch ein verantwortungsvoller Umgang mit dem öffentlichen Raum wird entscheidend sein. Die erneute Beschädigung zeigt, wie schnell aufwendig gestaltete und öffentlich finanzierte Projekte durch mutwillige Zerstörung wieder infrage gestellt werden können.
