Wuppertal. Seit 125 Jahren prägt die Wuppertaler Schwebebahn das Stadtbild und den öffentlichen Nahverkehr im Tal der Wupper. Am 19. September 2026 wurde das Jubiläum mit einem großen Familienfest rund um den Wuppertaler Hauptbahnhof gefeiert. Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) stellten dabei nicht nur die Geschichte des außergewöhnlichen Verkehrsmittels, sondern vor allem die persönlichen Erinnerungen der Bevölkerung in den Mittelpunkt.
Die Geschichte der Schwebebahn begann am 1. März 1901 mit der offiziellen Inbetriebnahme. Heute gilt die rund 13,3 Kilometer lange Strecke zwischen Oberbarmen und Vohwinkel als prägendes Element der Stadt und als technisches Wahrzeichen. 20 Stationen verbinden die Stadtteile entlang der Wupper.
125 Geschichten aus Wuppertal
Herzstück der Jubiläumsfeier war eine Ausstellung mit 125 persönlichen Geschichten und Anekdoten. Bürgerinnen und Bürger hatten ihre Erlebnisse mit der Schwebebahn eingereicht. Damit sollte deutlich werden, dass die Bahn längst mehr ist als ein Verkehrsmittel: Für viele Wuppertaler gehört sie unmittelbar zur eigenen Stadtgeschichte und zum Alltag mehrerer Generationen.
Das Familienfest bot daneben zahlreiche Mitmachangebote. Kinder konnten unter anderem Bewegungs- und Reaktionsspiele ausprobieren, während sich Jugendliche und Erwachsene an einem Bussimulator oder einer Kletterstation versuchen konnten. Feuerwehr und Polizei präsentierten Einsatzfahrzeuge, zudem gab es Musik und eine Ausstellung mit Miniatur-Schwebebahnen.
Einmal kostenlos über die Wupper
Ein besonderer Publikumsmagnet war die kostenlose Fahrt mit der Schwebebahn am Festtag. Wegen des erwarteten Andrangs verstärkten die Stadtwerke den Betrieb und passten die Taktung an. Für Busse und andere öffentliche Verkehrsmittel galt dagegen weiterhin der reguläre VRR-Tarif. Das Jubiläumsjahr wurde bereits im Januar unter dem Motto „2026 ist ganz Wuppertal Schwebebahn“ eröffnet. Neben Veranstaltungen und Ausstellungen gehören auch historische Bezüge zum Programm. So kehrte ein Fahrzeug im orange-blauen Design der Baureihe GTW 72 in den regulären Betrieb zurück. Auch der historische Kaiserwagen sollte im Jubiläumsjahr wieder auf der Strecke unterwegs sein.
Zwischen Technikgeschichte und Zukunft
Zum 125. Geburtstag wurde die Schwebebahn zudem mit einer eigenen Sonderbriefmarke gewürdigt. Das Motiv stellt historische und moderne Ansichten gegenüber und verbindet damit die Anfänge des Systems mit seiner heutigen Bedeutung. Auch am Hauptbahnhof wurde das Jubiläum sichtbar: Ende August wurde der historische Schwebebahnwagen 76 dauerhaft in das Bahnhofsgebäude integriert. Damit erhält eines der ältesten und bekanntesten Verkehrssysteme Deutschlands einen ungewöhnlichen Platz im Eingangsbereich der Stadt.
125 Jahre und kein Museumsstück
Die Wuppertaler Schwebebahn steht damit für eine seltene Verbindung aus Industriegeschichte, Ingenieurskunst und alltäglicher Mobilität. Was vor mehr als einem Jahrhundert als visionäres Verkehrssystem entstand, ist bis heute Teil des regulären Nahverkehrs. Das Jubiläum macht vor allem eines sichtbar: In Wuppertal ist die Schwebebahn nicht lediglich ein historisches Bauwerk, sondern ein weiterhin genutztes Stück Stadtgeschichte.
