Berlin. Auf der Berliner Halbinsel Alt-Stralau sollen bis zu 300 Geflüchtete ein neues Zuhause finden. Dafür plant die Wohnungsbaugesellschaft degewo einen mehrgeschossigen Neubau. Gleichzeitig soll das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude der ehemaligen Stralauer Glashütte saniert und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Die Vorbereitungen laufen, der Baustart ist für 2027 vorgesehen.
An der Ecke Alt-Stralau und Glasbläserallee soll ein fünf- bis siebengeschossiges Gebäude entstehen. Die degewo plant den Baubeginn für Mitte 2027, die Fertigstellung ist für 2029 vorgesehen. Die Wohnungen sollen möglichst wohnungsähnlich gestaltet werden. Langfristig ist auch eine Nutzung für den sozialen Wohnungsbau denkbar.
Ehemalige Glashütte wird denkmalgerecht saniert
Besondere Aufmerksamkeit verdient das historische Verwaltungsgebäude der Stralauer Glashütte. Der Altbau erinnert mit seiner Ziegelarchitektur und dem turmartig erhöhten Gebäudeteil an die industrielle Vergangenheit der Halbinsel. Das Gebäude soll denkmalgerecht instand gesetzt und energetisch saniert werden. Ausschreibungen sehen Arbeiten am Dach und am Rohbau ab 2027 vor. Im Erdgeschoss sind soziale und kulturelle Angebote geplant, die auch der Nachbarschaft offenstehen sollen. In den oberen Geschossen sollen Beratungsangebote für Geflüchtete unterkommen. Welcher Träger das Gebäude später betreibt, ist noch nicht abschließend geklärt.
Zwischen Wohnungsbau und Industriekultur
Alt-Stralau steht exemplarisch für den Wandel Berlins: Wo einst industrielle Produktion das Bild prägte, entstehen seit Jahren Wohnquartiere. Mit dem geplanten Neubau wird ein weiteres Grundstück entwickelt. Dass das historische Verwaltungsgebäude erhalten und neu genutzt werden soll, ist dabei ein wichtiger Aspekt für den Umgang mit dem industriellen Erbe des Standorts.
