Stadt Gütersloh will sich Vorkaufsrecht für Kaserne sichern

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Gütersloh. Die leerstehende Mansergh-Kaserne an der Verler Straße könnte bald zum Herzstück eines ambitionierten Stadtentwicklungsprojekts werden. Die Stadt Gütersloh will das Areal vom Bund übernehmen und dort Wohnen, Bildung, Wirtschaft und Versorgung bündeln. Ein entsprechender Grundsatzbeschluss wurde bereits Ende August 2024 im Stadtrat gefasst. Nun drängt die Zeit.

Angesichts der akuten Wohnungs- und Flächenknappheit in Gütersloh steht die ehemalige britische Kaserne im Zentrum der Planungen. Doch noch ist unklar, ob der Deal zustande kommt. Die Stadt verhandelt derzeit mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) über den Erwerb – inklusive offener Fragen zu möglichen Altlasten auf dem Gelände. Die genaue Höhe der damit verbundenen Sanierungskosten ist bislang nicht beziffert.

Die Stadt möchte ihr Erstzugriffsrecht auf die Fläche nutzen, pocht auf eine Einigung mit der BImA und verweist auf den öffentlichen Nutzen des Vorhabens. Sollte sich allerdings herausstellen, dass das wirtschaftliche Risiko für die Kommune zu groß ist, droht das Aus für den städtischen Erwerb – mit der Folge, dass das Gelände auch an private Investoren verkauft werden könnte.

Um dieses Szenario zu verhindern, plant die Stadt die rechtliche Absicherung durch ein Vorkaufsrecht. Damit könnte sie im Fall einer nicht gemeinwohlorientierten Kaufabsicht eingreifen – allerdings ohne Verpflichtung, den Kauf tatsächlich zu tätigen. Die rechtliche Grundlage bildet das Baugesetzbuch, das das Vorkaufsrecht als Instrument gegen städtebauliche Fehlentwicklungen vorsieht.

Die Entscheidung über die entsprechende Satzung fällt in zwei Schritten: Im Hauptausschuss am 23. Juni und im Stadtrat am 4. Juli. Für Gütersloh könnte dies ein entscheidender Moment auf dem Weg zu einem zukunftsweisenden Stadtquartier sein.

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