Speicher Lohsa II vorerst nur eingeschränkt nutzbar

Foto: LMBV/S. Rasche
Foto: LMBV/S. Rasche

Senftenberg/Lohsa. Wie die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mitteilte, wird das Speichervolumen von Lohsa II in den kommenden Jahren aufgrund notwendiger Sanierungsarbeiten begrenzt bleiben. Das Problem liegt in der Beschaffenheit der Uferbereiche und Unterwasserböschungen. Da die Speicherbecken aus ehemaligen Braunkohletagebauen hervorgegangen sind, bestehen Teile der Böschungen aus lockerem, aufgeschüttetem Material. Dieses kann ins Rutschen geraten.

Bereits 2019 bewegte sich Kippenmaterial vor das Auslaufbauwerk. Die Ablagerungen müssen entfernt werden. Zusätzlich soll die Standsicherheit der Restlochböschung untersucht werden. Bis diese Arbeiten abgeschlossen sind, muss der Wasserstand begrenzt werden. Damit steht vorübergehend weniger Speicherkapazität zur Verfügung.

Nach der Sanierung sollen 72 Millionen Kubikmeter nutzbar sein

Die Einschränkungen sind nach Angaben der LMBV nicht dauerhaft. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen soll das nutzbare Speichervolumen auf rund 72 Millionen Kubikmeter anwachsen. Das wäre eine deutliche Steigerung gegenüber dem derzeitigen Gesamtvolumen des Speichersystems, das die LMBV mit rund 44 Millionen Kubikmetern angibt. Das System besteht aus den drei miteinander verbundenen Speicherbecken Lohsa II, Dreiweibern und Burghammer. Sie entstanden aus ehemaligen Braunkohletagebauen und unterscheiden sich in ihrer Funktion von vielen anderen Seen des Lausitzer Seenlandes: Ihre Hauptaufgabe ist nicht die touristische Nutzung, sondern die wasserwirtschaftliche Regulierung.

Wasserspeicher sichert den Wasserhaushalt der Spree

Die Bedeutung von Lohsa II reicht weit über die Grenzen Sachsens hinaus. Das länderübergreifende Projekt der LMBV dient dazu, bei Niedrigwasser zusätzliche Wassermengen in die Spree abzugeben. Davon profitieren der Spreewald und die Wasserwirtschaft in Brandenburg und Berlin. Gerade angesichts längerer Trockenperioden und der Folgen des Braunkohleausstiegs gewinnt die kontrollierte Verfügbarkeit von Wasser in der Region an Bedeutung.

Auch die Ableitung des gespeicherten Wassers wurde verbessert. Die Kleine Spree zwischen Burghammer und Spreewitz wurde auf einer Länge von rund 5,4 Kilometern verbreitert und neu profiliert. Dadurch stieg ihre Durchflusskapazität von etwa 1,5 auf bis zu sieben Kubikmeter pro Sekunde. Die Kosten für den Ausbau beliefen sich laut LMBV auf rund 5,5 Millionen Euro.

Brutvogelschutz begrenzt die Speicherbewirtschaftung

Doch selbst nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird das Wasserspeichersystem nicht uneingeschränkt genutzt werden können. Eine weitere Begrenzung ergibt sich aus Auflagen zum Schutz brütender Vögel. In den wasserreicheren Wintermonaten darf der Speicher jeweils nur bis zum 15. April gefüllt werden. Danach ist ein weiterer Anstieg des Wasserspiegels nicht zulässig. Die LMBV und die zuständigen Behörden wollen deshalb prüfen, ob und in welcher Form diese Vorgaben angepasst werden können. Ziel soll sein, den Schutz der Brutvögel mit der wichtigen wasserwirtschaftlichen Funktion des Speichers in Einklang zu bringen. Eine konkrete Änderung der Regelungen steht bislang allerdings nicht fest.

Bergbaufolgen bleiben eine Herausforderung für die Lausitz

Das Speicherbecken Lohsa II steht beispielhaft für die langfristigen Aufgaben, die mit dem Ende des Braunkohlebergbaus verbunden sind. Aus ehemaligen Tagebaurestlöchern sind wichtige wasserwirtschaftliche Anlagen entstanden. Doch die technische Nachsorge ist damit nicht abgeschlossen. Böschungen müssen dauerhaft überwacht, Anlagen instand gehalten und die Wasserstände so gesteuert werden, dass Sicherheit und Versorgung gewährleistet bleiben.

Der aktuelle Sanierungsbedarf zeigt, dass die Folgen des Bergbaus auch Jahrzehnte nach dem Ende der Förderung noch erhebliche Investitionen und planerische Aufmerksamkeit erfordern. Für die Spree und die von ihr abhängigen Regionen wird entscheidend sein, wann Lohsa II wieder mit größerer Leistungsfähigkeit zur Verfügung steht.

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