Soltau. Mitten im Heide Park Resort in Soltau liegt ein ungewöhnlicher Lost Place: das ehemalige Heide-Dorf. Die Anlage wurde 1988 eröffnet und sollte typische Gebäude und das Erscheinungsbild eines historischen Dorfes in der Lüneburger Heide nachbilden. Seit 2009 ist der Bereich geschlossen. Die Gebäude stehen jedoch weiterhin und werden teilweise als Lager genutzt.
Einst Teil der Freizeitparkwelt
Zum Heide-Dorf gehörten unter anderem ein Imbiss, ein Souvenirladen, Schließfächer und ein Spielplatz. Auch das frühere Kaffeetassen-Karussell befand sich dort. Die Anlage war als historischer Marktplatz gestaltet und sollte den Besuchern eine künstlich geschaffene Dorfwelt vermitteln. Mit der Umgestaltung des Parks verlor das Areal seine Funktion. Das Karussell wurde 2013 entfernt, die Gebäude blieben jedoch stehen.
Heute Lager statt Besucherbetrieb
Der Bereich ist inzwischen durch einen Zaun vom restlichen Park getrennt. Teile der Gebäude werden nach Angaben des aktuellen Berichts als Lagerflächen genutzt. Für Besucher ist das Gelände nicht zugänglich. Damit entsteht innerhalb eines weiterhin stark frequentierten Freizeitparks ein ungewöhnlicher Kontrast: Während rundherum Achterbahnen, Themenbereiche und Besucherströme dominieren, verfällt wenige Meter entfernt eine künstliche historische Dorfwelt.
Ein Lost Place aus der Freizeitparkgeschichte
Der Fall unterscheidet sich von klassischen Lost Places. Es handelt sich nicht um eine aufgegebene Industrieanlage, ein Sanatorium oder eine verlassene Kaserne, sondern um einen Teil einer weiterhin betriebenen Freizeitimmobilie. Gerade deshalb ist das Heide-Dorf interessant. Es dokumentiert eine frühere Phase der Themenparkarchitektur und zeigt, wie schnell künstlich geschaffene Erlebniswelten selbst zu Relikten werden können. Der aktuelle Bericht wurde am 29. September aktualisiert.
