SEZ Berlin: Komplettabriss erneut ausgeschrieben

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Berlin. Das Tauziehen um das ehemalige Sport- und Erholungszentrum SEZ in Berlin-Friedrichshain geht weiter. Nachdem die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) ihre Ausschreibung für den vollständigen Rückbau Ende August zunächst zurückgezogen hatte, ist der Komplettabriss nun erneut ausgeschrieben. Die neue Ausschreibung wurde am 21. September veröffentlicht.

Abriss ab 2027 geplant

Unter dem Titel „Landsberger Allee 77, Rückbau SEZ, Phase 3“ geht es um Schadstoffsanierung und den Rückbau des gesamten Gebäudekomplexes. Als mögliche Bauzeit ist der Zeitraum vom 15. März 2027 bis zum 31. Oktober 2028 vorgesehen. Die Vergabe ist allerdings noch nicht erfolgt. Die WBM betont, dass die Ausschreibung zunächst nur Bestandteil des Vergabeverfahrens ist. Auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen nach den bisherigen Planungen mehr als 500 Wohnungen entstehen. Das SEZ steht dabei einer umfassenden Neubebauung im Weg.

DDR-Kultbau zwischen Verfall und Erinnerung

Das SEZ wurde 1981 eröffnet und entwickelte sich zu einem der größten Freizeit- und Sportzentren der DDR. Wellenbad, Eisbahn, Bowlingbahn, Sporthallen und weitere Angebote machten den Komplex zu einem Publikumsmagneten. Nach der Schließung 2002 verfiel das Gebäude zunehmend. 2003 wurde das Grundstück für einen symbolischen Euro an einen Investor verkauft. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen fiel es schließlich an das Land Berlin zurück. Seit Anfang 2025 liegt es bei der WBM.

Teilerhalt weiterhin im Gespräch

Der geplante Abriss ist politisch und gesellschaftlich umstritten. Zuletzt war auch geprüft worden, ob zumindest der markante zentrale Gebäudeteil erhalten und in ein neues Quartier integriert werden könnte. Die Initiative „SEZ für alle!“ fordert darüber hinaus, das gesamte Gebäude als Teil der Berliner DDR-Geschichte zu bewahren. Das SEZ besitzt allerdings keinen Denkmalschutz. Das Landesdenkmalamt hatte 2025 entschieden, das Gebäude nicht als Baudenkmal einzustufen. Damit gibt es keinen denkmalrechtlichen Schutz gegen einen Abriss.

Entscheidung noch nicht gefallen

Die erneute Ausschreibung bedeutet noch nicht, dass der Bagger tatsächlich anrückt. Über die Vergabe muss erst entschieden werden. Gleichzeitig stehen dem geplanten Komplettabriss weiterhin Konzepte für einen Erhalt oder Teilerhalt gegenüber. Damit bleibt das SEZ eines der umstrittensten Berliner Beispiele für den Umgang mit DDR-Architektur: Wohnungsbau und Neubebauung auf der einen Seite, Erinnerungskultur und Bestandserhalt auf der anderen.

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