Rückbau des Kabelwerks Köpenick schreitet voran

Foto: rottenplaces Archivfoto
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Berlin. Das ehemalige Kabelwerk Köpenick zählt seit Jahren zu den markantesten Industriebrachen Berlins. Direkt an der Spree gelegen, zieht das riesige Areal regelmäßig die Aufmerksamkeit von Passanten und Fotografen auf sich. Besonders von der Salvador-Allende-Brücke aus bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf die gewaltigen Trümmerberge, die seit Beginn der Abrissarbeiten entstanden sind. Seit Herbst 2024 laufen die Rückbauarbeiten auf dem traditionsreichen Gelände. Inzwischen hat sich das Erscheinungsbild des einstigen Industriekomplexes deutlich verändert. Große Teile der ehemaligen Produktionshallen sind bereits verschwunden, weitere Gebäude werden nach und nach zurückgebaut.

Abrissarbeiten erreichen wichtige Phase

Die Arbeiten auf dem rund 66.000 Quadratmeter großen Grundstück kommen sichtbar voran. Vor allem die langgestreckte Industriehalle entlang der Friedrichshagener Straße wurde nahezu vollständig entfernt. Mit schweren Baggern und Abbruchmaschinen wird das ehemalige Kabelwerksgelände schrittweise für seine künftige Nutzung vorbereitet. Nach bisherigen Planungen soll der vollständige Abriss bis 2026 abgeschlossen sein. Doch während die Vergangenheit verschwindet, richtet sich der Blick zunehmend auf die Zukunft des Areals.

Neues Quartier „Cöpius“ soll Wohnen und Arbeiten verbinden

Auf dem Gelände plant die Buwog Bauträger GmbH die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers mit dem Namen „Cöpius“. Entstehen soll ein modernes Wohn- und Gewerbegebiet direkt am Wasser. Vorgesehen sind sowohl Eigentumswohnungen als auch Mietwohnungen. Darüber hinaus sollen eine Kindertagesstätte, kulturelle Einrichtungen, soziale Angebote sowie Gewerbeflächen integriert werden. Ein öffentlich zugänglicher Uferweg entlang der Spree soll das Quartier zusätzlich aufwerten und für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Mit dem Projekt könnte eines der größten Stadtentwicklungsprojekte im Berliner Südosten entstehen.

Bebauungsplan entscheidet über den weiteren Verlauf

Bevor die Bauarbeiten beginnen können, müssen jedoch zunächst die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Hierfür läuft derzeit das Bebauungsplanverfahren mit der Bezeichnung „9-53“. Nach Angaben des Bezirksamts Treptow-Köpenick werden aktuell umfangreiche Fachgutachten geprüft und abgestimmt. Dabei stehen insbesondere Fragen zu Verkehr, Lärmschutz, Umweltverträglichkeit und Infrastruktur im Mittelpunkt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen fließen anschließend in den Entwurf des Bebauungsplans ein. Erst danach können die nächsten formellen Schritte erfolgen.

Öffentlichkeit soll noch in diesem Jahr beteiligt werden

Zu den kommenden Verfahrensschritten gehören die Beteiligung von Fachbehörden, öffentlichen Trägern sowie die öffentliche Auslegung der Planungsunterlagen. Das Bezirksamt misst dem Projekt nach eigenen Angaben eine hohe Bedeutung bei, da das Gelände erhebliches Potenzial für dringend benötigten Wohnungsbau bietet. Sollten keine größeren Probleme oder Verzögerungen auftreten, könnte die Beteiligung der Öffentlichkeit und der zuständigen Behörden noch im laufenden Jahr erfolgen.

Baustart frühestens nach 2027 möglich

Einen verbindlichen Zeitplan gibt es derzeit jedoch nicht. Die Dauer des Verfahrens hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter die Fertigstellung der Gutachten, die Auswertung eingehender Stellungnahmen sowie politische Entscheidungen und vertragliche Vereinbarungen. Nach aktuellem Stand könnte der Bebauungsplan frühestens im Jahr 2027 rechtskräftig werden. Erst danach können konkrete Bauanträge gestellt und genehmigt werden. Damit dürfte bis zum tatsächlichen Baustart noch einige Zeit vergehen.

Großes Wohnungsbaupotenzial für Berlin

Für den Bezirk Treptow-Köpenick zählt das ehemalige Kabelwerk zu den wichtigsten Entwicklungsflächen der kommenden Jahre. Die Umwandlung des früheren Industrieareals in ein modernes Wohn- und Gewerbequartier könnte einen bedeutenden Beitrag zur Schaffung neuen Wohnraums in Berlin leisten. Während die Abrissbagger weiterhin die letzten Spuren der industriellen Vergangenheit beseitigen, wächst gleichzeitig die Erwartung, dass am Ufer der Spree schon bald ein völlig neues Stadtquartier entstehen wird. Bis dahin bleibt das ehemalige Kabelwerk Köpenick ein Ort des Wandels – zwischen Industriegeschichte, Abriss und den Plänen für ein neues urbanes Zentrum im Berliner Südosten.

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