Düsseldorf. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will verstärkt gegen kriminelle Clans vorgehen, die mit verwahrlosten Immobilien im Ruhrgebiet Geschäfte machen. Das Bauministerium ist daher der Sicherheitskooperation Ruhr (SiKo Ruhr) beigetreten, einem Bündnis aus 36 Ruhrgebietskommunen und Sicherheitsbehörden. Ziel ist es, illegale Machenschaften im Zusammenhang mit sogenannten Schrottimmobilien zu bekämpfen.
Staatssekretär Daniel Sieveke (CDU) kritisierte, dass Menschen unter ausbeuterischen Bedingungen in überteuerten und oft gesundheitsgefährdenden Wohnungen leben müssten. Kriminelle Clans vermieten solche Immobilien häufig zu hohen Preisen an sozial schwache Mieter und begehen dabei regelmäßig Sozialbetrug.
Die Zustände in den betroffenen Gebäuden sind katastrophal: feuchte Wände, Schimmel, Schädlingsbefall und unsichere Bausubstanz gehören zum Alltag. Teilweise geraten ganze Stadtteile durch solche Immobilien in Schieflage.
Ein Beispiel ist Gelsenkirchen: Die Stadt hat mit Landesunterstützung begonnen, rund 3.000 Problemwohnungen zu kaufen, um sie entweder zu sanieren oder abzureißen und neu zu bauen. Oberbürgermeisterin Karin Welge (SPD) betont, dass es dabei auch darum gehe, kriminelle Strukturen zu zerschlagen. Das Land NRW stellt dafür zusätzlich 15 Millionen Euro bereit.
