Maschinenhaus vom Kraftwerk Hirschfelde vor dem Abriss

Foto: Oberlausitzerin64/CC BY-SA 4.0
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Hirschfelde. Ein bedeutendes Zeugnis der sächsischen Industriekultur verschwindet. Das denkmalgeschützte Maschinenhaus des ehemaligen Kraftwerks Hirschfelde darf abgerissen werden. Nachdem auch die Zustimmung des Denkmalamtes vorliegt, kann der Rückbau kurzfristig beginnen. Damit verliert die Oberlausitz eines ihrer markantesten technischen Denkmale. Die Geschichte des Kraftwerksstandorts reicht bis ins Jahr 1911 zurück.

Über Jahrzehnte gehörte die Anlage zu den wichtigen Energieerzeugern der Region. Mit der Einstellung der Stromproduktion Ende 1992 begann das Ende des Kraftwerks. Große Teile der Industrieanlage wurden anschließend abgerissen, während das Maschinenhaus als eines der letzten markanten Gebäude erhalten blieb.

Das Gebäude beherbergte über viele Jahre ein Industriemuseum. Engagierte Vereinsmitglieder bewahrten dort die Geschichte der Kraftwerkstechnik und dokumentierten ein Stück regionaler Industriegeschichte. Für ehemalige Beschäftigte und Interessierte war die Anlage ein Ort der Erinnerung an die Arbeit im Kraftwerk.

Hochwasser und Verfall besiegeln das Ende

Ein schwerer Rückschlag war das Neißehochwasser im Jahr 2010. Die Flut beschädigte das ohnehin sanierungsbedürftige Gebäude erheblich. In den folgenden Jahren verschlechterte sich der Zustand weiter. 2015 musste das Museum den regulären Besucherverkehr einstellen. Eine dauerhafte Sanierung und der Erhalt des Maschinenhauses wurden damit zunehmend schwieriger. Nun ist auch der Denkmalschutz kein Hindernis mehr für den Abriss. Nach Angaben des Unternehmens LEAG soll das Gebäude in den kommenden Monaten zurückgebaut werden. Bis zum Frühjahr soll das Gelände vollständig beräumt sein.

Neue Energie statt historischer Industriebauten?

Die LEAG will den Standort Hirschfelde weiterhin energetisch nutzen und prüft verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten. Nach bisherigen Planungen könnte auf dem Gelände eine größere Photovoltaikanlage entstehen. Das Maschinenhaus steht diesen Plänen offenbar im Weg. Damit prallen zwei Interessen aufeinander: die wirtschaftliche Weiterentwicklung eines ehemaligen Kraftwerksstandorts und der Erhalt eines historischen Industriegebäudes. Mit dem Abriss geht nicht nur alte Bausubstanz verloren, sondern auch ein sichtbarer Anker der regionalen Energiegeschichte.

Für die Industriekultur der Oberlausitz ist die Entscheidung ein schwerer Einschnitt. Das Maschinenhaus hatte die Stilllegung des Kraftwerks über Jahrzehnte überdauert und war als technisches Denkmal und Museum ein wichtiger Erinnerungsort. Mit seinem Verschwinden wird ein weiteres Kapitel der sächsischen Kraftwerksgeschichte unwiederbringlich aus dem Ortsbild getilgt.

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