Machbarkeitsstudie für Areal vom Erlebnisbad SEZ

Foto: YouTube
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Berlin. Das legendäre SEZ in Berlin-Friedrichshain, einst ein Vorzeigeprojekt der DDR-Freizeitarchitektur, steht vor einem grundlegenden Wandel. Auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ), das seit Jahren dem Verfall preisgegeben war, soll nun ein gemischtes Stadtquartier mit klarem Fokus auf bezahlbares Wohnen entstehen.

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese wird frühestens Ende des Jahres erste Ergebnisse liefern. Geplant sind über 550 neue Wohnungen – die Hälfte davon soll sozial gefördert sein. Ergänzt wird das Vorhaben durch großzügige Gewerbeflächen, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit intelligent miteinander verknüpfen sollen.

Juristischer Streit, symbolischer Euro, verlorene Jahrzehnte

Der Neustart ist das Ergebnis eines jahrelangen Rechtsstreits. Im Jahr 2003 hatte das Land Berlin das Gelände für den symbolischen Preis von einem Euro an einen Investor veräußert – unter der Bedingung, den Badebetrieb wiederherzustellen. Doch die versprochene Reaktivierung blieb aus. Die Rückabwicklung zog sich über Jahre hin, bis das Areal 2023 schließlich zwangsgeräumt wurde.

Sehenswerter Drohnenflug über das SEZ-Areal auf YouTube.

Ein Prestigeprojekt der DDR verschwindet endgültig

Das SEZ war 1981 als eines der größten Freizeitbäder der DDR eröffnet worden und bot neben einem Wellenbad auch Saunen, Sporthallen, eine Eisbahn und sogar Raum für kulturelle Veranstaltungen. Millionen Besucher nutzten die Anlage. Nach der Wiedervereinigung konnte das Land Berlin den stark subventionierten Betrieb nicht länger aufrechterhalten. Schrittweise wurde das SEZ stillgelegt – und verfiel zunehmend.

Bausenator Christian Gaebler (SPD) machte zuletzt klar: Ein Wiederaufleben als Spaßbad sei wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Die Berliner Bäderbetriebe seien bereits stark defizitär; ein weiteres Millionenprojekt sei nicht zu verantworten.

Was lange Symbol für Stillstand und gescheiterte Privatisierung war, soll nun zum Modell für bezahlbaren Wohnraum in einem wachsenden Bezirk werden. Die Transformation des SEZ-Areals könnte ein Signal für eine aktivere Bodenpolitik und klügere Stadtentwicklung in Berlin sein.

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