Leuchtturm „Roter Sand“ muss umziehen

Foto: Stefan Brending/CC BY-SA 3.0
Foto: Stefan Brending/CC BY-SA 3.0

Der legendäre Leuchtturm „Roter Sand“, einst Wegweiser für die Seefahrt, steht seit fast 140 Jahren in der Außenweser vor Bremerhaven – doch sein Verbleib dort ist ungewiss. Der historische Turm, der seit 1964 außer Dienst und unter Denkmalschutz steht, ist in einem baulich bedenklichen Zustand. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und der Bund prüfen daher aktuell eine spektakuläre Maßnahme: Die Versetzung des Leuchtturms an einen sicheren Ort – näher zur Küste.

Vier Bewerberorte – keine Entscheidung

Die Nachfrage ist groß: Vier Küstenorte haben sich als neues Zuhause für das maritime Wahrzeichen beworben – Wilhelmshaven, Bremerhaven, Hooksiel im Wangerland und Fedderwardersiel auf der Halbinsel Butjadingen. Doch wer den Zuschlag erhält, ist noch völlig offen. „Einen Favoriten gibt es bislang nicht“, erklärte Thomas Mertz von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Eine Entscheidung über den neuen Standort wird frühestens für den Spätsommer erwartet. Klar ist nur: Der Turm soll erhalten bleiben – und dabei möglichst nah an seinem historischen Kontext.

Bremerhaven kämpft um das Denkmal

Bremerhaven, bislang dem Leuchtturm geografisch am nächsten, hat bereits mehrere Vorschläge eingereicht. Der erste Plan, den Turm auf der Külkenhalbinsel aufzustellen, scheiterte an Bedenken der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung.

Doch die Stadt bleibt hartnäckig: Ein neuer Standortvorschlag aus der Bürgerschaft schlägt den Lunesiel im Süden Bremerhavens vor – eingebracht von einem ehemaligen Architekten der Stadt. Auch dieser Vorschlag wird nun offiziell geprüft.

Ein Wahrzeichen sucht Zuflucht

Der Leuchtturm „Roter Sand“ ist nicht nur ein technisches Denkmal der deutschen Seefahrtsgeschichte, sondern auch ein emotionales Symbol norddeutscher Küstenidentität. Eine Verlegung wäre ein außergewöhnlicher Schritt – aber wohl die einzige Chance, das Wahrzeichen langfristig zu retten.

Ob sich Bremerhaven oder einer der anderen Bewerber durchsetzt, bleibt abzuwarten. Klar ist: Der „Rote Sand“ soll nicht untergehen – weder buchstäblich noch im Bewusstsein der Öffentlichkeit.

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