Kurhaus Sand: Hoffnung für das bedrohte Denkmal

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Bühl. Das traditionsreiche Kurhaus Sand an der Schwarzwaldhochstraße bei Bühl bekommt offenbar eine neue Chance. Das seit Jahren leerstehende und zunehmend vom Verfall bedrohte Gebäude ist in den Fokus der sogenannten Orangeliste gerückt. Damit könnte sich für das denkmalgeschützte Haus eine Perspektive eröffnen, die über Jahre fehlte: eine Sanierung und langfristige Sicherung des historischen Ensembles. Das Kurhaus steht auf rund 824 Metern Höhe unterhalb des Mehliskopfs und gehört zu den prägenden historischen Gebäuden an der Schwarzwaldhochstraße. Aus einer einfachen Schutzhütte aus dem 19. Jahrhundert entwickelte sich ein bedeutendes Höhenhotel.

Vom Grandhotel zum Lost Place

Seine große Zeit erlebte das Kurhaus insbesondere gegen Ende des 19. und im 20. Jahrhundert. Erweiterungen machten aus dem ursprünglichen Gasthaus ein repräsentatives Hotel mit großzügigem Speisesaal und Gästezimmern. Später kamen unter anderem eine Tankstelle, ein Postamt und ein Polizeiposten hinzu. 1994 endete der reguläre Hotelbetrieb. 2005 wurde schließlich auch der Gewerbeeintrag gelöscht. Seitdem steht das Gebäude leer. Teile der historischen Innenausstattung sind jedoch bis heute erhalten geblieben. Gerade diese weitgehend authentischen Räume machen das Kurhaus zu einem außergewöhnlichen Lost Place und zugleich zu einem bedeutenden Zeugnis der Tourismusgeschichte des Nordschwarzwalds.

Denkmal unter massivem Sanierungsdruck

Während das Innere noch Spuren seiner einstigen Bedeutung bewahrt, setzt der Zahn der Zeit dem Gebäude immer stärker zu. Fassade, Dach und Gebäudesubstanz sind den Witterungseinflüssen des Höhengebiets ausgesetzt. Ein dauerhaftes Weiterwarten könnte damit selbst den Erhalt jener historischen Details gefährden, die das Kurhaus heute so besonders machen. Bereits seit Jahren wird nach einer wirtschaftlich tragfähigen Lösung gesucht. Private Investoren konnten bislang jedoch offenbar nicht für eine dauerhafte Sanierung gewonnen werden. Auch frühere Überlegungen, das Gebäude in eine öffentliche Nutzung einzubinden, führten nicht zum erhofften Durchbruch.

Jetzt kommt Bewegung in die Rettungsfrage

Die Aufnahme in die Orangeliste könnte deshalb mehr sein als eine weitere politische oder denkmalpflegerische Bestandsaufnahme. Sie lenkt den Blick erneut auf ein Gebäude, dessen Zukunft angesichts des fortschreitenden Verfalls immer dringlicher wird. Das Kurhaus Sand steht dabei exemplarisch für die historischen Hotels entlang der Schwarzwaldhochstraße. Während manche Häuser bereits aufgegeben oder abgerissen wurden, besitzt der Sand noch immer eine außergewöhnlich hohe historische Substanz. Die Entwicklung der benachbarten Ruine des Kurhauses Hundseck zeigt zugleich, wie schnell aus jahrelangem Stillstand ein Abrissfall werden kann. Für die Hundseck-Ruine wurde inzwischen ein Abbruch ab September 2026 vorbereitet.

Letzte Chance für ein Stück Schwarzwaldgeschichte?

Für das Kurhaus Sand könnte die neue Entwicklung deshalb tatsächlich eine entscheidende Weichenstellung bedeuten. Noch ist das Gebäude kein gerettetes Denkmal – doch die erneute Aufmerksamkeit eröffnet zumindest die Möglichkeit, den historischen Bau vor einem ähnlichen Schicksal wie andere aufgegebene Höhenhotels zu bewahren.

Die entscheidende Frage lautet nun, ob aus der neuen Aufmerksamkeit auch konkrete Maßnahmen entstehen. Denn beim Kurhaus Sand tickt die Uhr: Je länger Sanierung und Nutzungskonzept auf sich warten lassen, desto schwieriger und teurer dürfte eine Rettung werden.

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