Kreuztal: Stadthallen-Ruine wird abgerissen

Foto: Feuerwehr Kreuztal
Foto: Feuerwehr Kreuztal

Kreuztal. Die Brandruine der Kreuztaler Stadthalle verschwindet noch in diesem Herbst. Bürgermeister Walter Kiß bestätigte, dass die Abbrucharbeiten während der Herbstferien beginnen – aus Sicherheitsgründen deutlich früher als ursprünglich beschlossen. „Immer mehr Kinder und Jugendliche verschaffen sich Zutritt zum Gelände, manche sogar aufs Dach“, so Kiß. Erst Ende Juli hatte ein Vorfall Schlagzeilen gemacht: Zwei Jugendliche warfen eine Eisenstange vom Dach, trafen ein zwölfjähriges Mädchen und verletzten es schwer.

Ursprünglich hatte der Infrastrukturausschuss im Januar einen Abriss-Antrag mit Verweis auf mögliche Zwischennutzungen abgelehnt. CDU und FDP hatten vorgeschlagen, Teile der Ruine zu erhalten oder gar für Theateraufführungen zu nutzen. Doch laut Bürgermeister und Architekten sei von der abgebrannten Halle nichts wiederverwertbar: „Ich habe kollektives Gelächter geerntet, als ich die Planer fragte, ob wir etwas nutzen können.“ Selbst die Bodenplatte wird entfernt.

Der Bauzaun verschwindet nach dem Abriss, das Gelände soll provisorisch abgedeckt werden – eine Nutzung als Parkplatz ist ausgeschlossen, da spätestens 2027 mit dem Neubau begonnen wird. Vorgesehen ist ein „Kombinationsbau“: Das neue Bürgerforum samt Erweiterung für Gymnasium und Gesamtschule. Fertigstellung: 2030. Bis dahin, so Kiß, sei dort höchstens Platz für eine Blumenwiese.

Die Schulen drängen auf schnelle Lösungen. Schulleiter Sebastian Hatzfeld warnte bereits im Mai, dass fehlende Klassenräume die Abwanderung von Schülern in Nachbarkommunen verstärke. Das Gymnasium und die Gesamtschule müssen sich derzeit mit Containern behelfen. Auch die Realschule kritisierte den Anblick der Ruine – ein Bauzaun mit Schülerkunst sollte Abhilfe schaffen, doch bald schon wird das Provisorium verschwinden.

Der Brand vom Mai 2022 hatte die Stadthalle komplett zerstört. Auslöser war ein Dachdeckerunfall. Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung wurden inzwischen eingestellt, ein Mitarbeiter musste eine Geldauflage zahlen. Versicherung und Stadt einigten sich auf eine Schadenssumme von 4,3 Millionen Euro.

Nach dem Brand folgte ein erbitterter Streit um den Wiederaufbau. Ein CDU-Vorschlag, das Bürgerforum an die Stählerwiese zu verlegen, scheiterte am Widerstand der Sportvereine. Ein Bürgerbegehren zwang die Stadt schließlich zum Umdenken: Das Bürgerforum wird nun am alten Standort neu errichtet – zusammen mit zusätzlichen Klassenräumen. Kostenpunkt: 19 Millionen Euro.

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