Industriebrache wird zum Szene-Viertel

Foto: Edelmauswaldgeist/CC0
Foto: Edelmauswaldgeist/CC0

Bad Tölz. Auf dem ehemaligen Gelände der Moralt-Werke an der Lenggrieser Straße tut sich etwas: Erste Arbeiten haben begonnen, um das rund neun Hektar große Areal in ein modernes Stadtquartier zu verwandeln. Das ambitionierte Projekt unter der Leitung von Investor Thomas Scherer, Geschäftsführer des Unternehmens „Denkmalneu“ aus Bad Heilbrunn, nimmt nun sichtbar Fahrt auf.

Alte Möbel raus, Gutachten laufen

Wie Scherer berichtet, sind derzeit Mitarbeiter damit beschäftigt, die Gebäude auf dem Gelände zu räumen. Lose Einrichtungsgegenstände wie Einbauschränke, Küchen oder Möbel werden entfernt – dieser Schritt soll in etwa drei bis sechs Wochen abgeschlossen sein.

Parallel laufen Untersuchungen zum baulichen Zustand der Bestandsgebäude. Besonders im Fokus steht die Prüfung auf mögliche Altlasten: Welche Baustoffe wurden verbaut? Gibt es Materialien, die gesondert entsorgt werden müssen? Solche Voruntersuchungen sind Standard vor einem großflächigen Rückbau, erklärt Scherer.

Vision: Wohnraum, Gewerbe und ein belebtes Quartier

Das Gelände der einst traditionsreichen Holzverarbeitungsfirma Moralt liegt seit Jahren brach. Nun soll dort ein neuer Stadtteil entstehen – mit rund 400 Millionen Euro Investitionsvolumen. Geplant sind Wohnungen für etwa 1000 Menschen, davon ein Fünftel zu reduzierten Preisen. Ergänzt wird das Projekt durch etwa 41.000 Quadratmeter Gewerbefläche sowie ein Areal für Veranstaltungen.

Geparkt werden soll größtenteils unterirdisch: Zwei Tiefgaragen und zwei Parkhäuser bieten Platz für rund 1600 Fahrzeuge. Das künftige Quartier wird weitgehend verkehrsberuhigt sein, um ein lebenswertes und modernes Wohnumfeld zu schaffen.

Denkmalschutz wird berücksichtigt

Trotz der umfassenden Neugestaltung bleibt ein Teil der historischen Bausubstanz erhalten. Drei Gebäude – darunter der markante Uhrenturm, die alte Schlosserei und das Verwaltungsgebäude – stehen unter Denkmalschutz und werden in die neue Nutzung integriert. Noch nicht endgültig entschieden ist, was mit dem ehemaligen Sägewerk geschieht – eine teilweise Erhaltung steht im Raum.

Konkrete Planung schreitet voran

Die städtebauliche Planung ist inzwischen weit vorangeschritten. Das Architekturbüro „Henning Larsen Architects“ hatte sich mit seinem Entwurf im Rahmen eines Wettbewerbs durchgesetzt. Dieser Entwurf wird derzeit konkretisiert und an die Umsetzbarkeit angepasst. Noch vor der Sommerpause soll der Stadtrat über die finalen Pläne beraten und entscheiden.

Gute Zusammenarbeit mit Behörden

Scherer zeigt sich zufrieden mit dem Fortschritt. Besonders hebt er die konstruktive Zusammenarbeit mit Stadt und Landratsamt hervor. Die Gespräche seien sachlich, aber effizient geführt worden. Zwar gebe es viele bürokratische Anforderungen, doch das Interesse aller Beteiligten an einem zügigen Fortschritt sei klar erkennbar.

Geht alles nach Plan, sollen die Abrissarbeiten noch in diesem Jahr beginnen. Der eigentliche Bau des neuen Quartiers könnte dann ab 2026 starten – und Bad Tölz ein neues, lebendiges Viertel bescheren.

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