Großbrand in ehemaliger Porzellanfabrik in Hof

Symbolbild. Foto: pixabay.com/benerott
Symbolbild. Foto: pixabay.com/benerott

Hof. Ein Großbrand hat am Freitagmorgen, 6. November 2026, einen ehemaligen Industriekomplex an der Oberkotzauer Straße im Hofer Stadtteil Moschendorf schwer getroffen. Gegen kurz nach 6 Uhr brach das Feuer in dem leerstehenden Gebäudekomplex aus. Bereits beim Eintreffen der Feuerwehr schlugen meterhohe Flammen aus dem Dachbereich. Eine weithin sichtbare Rauchwolke zog über das südöstliche Stadtgebiet. Zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst rückten an, um den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Nach Angaben der Polizei war das Feuer im Laufe des Vormittags unter Kontrolle. Die Löscharbeiten dauerten jedoch weiter an. Das Ausmaß der Zerstörung ist erheblich: Der Dachbereich wurde durch das Feuer weitgehend zerstört. Das Gebäude gilt inzwischen als einsturzgefährdet. Die Einsatzkräfte müssen deshalb bei der Brandbekämpfung besondere Vorsicht walten lassen.

Anwohner vorsorglich in Sicherheit gebracht

Wegen der starken Rauchentwicklung wurden Anwohner im Umfeld des Brandortes über Warnmeldungen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Die Polizei ließ zudem angrenzende Wohnhäuser vorsorglich evakuieren. Insgesamt mussten 19 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Sie wurden zunächst an einer Sammelstelle und anschließend in einer Schule im Stadtteil Moschendorf untergebracht.

Direkt durch das Brandgeschehen wurden nach bisherigem Kenntnisstand keine Menschen verletzt. Eine Person erlitt allerdings bei einem Sturz leichte Verletzungen. Ein Übergreifen der Flammen auf nicht unmittelbar angebaute Nachbargebäude galt nach Einschätzung der Einsatzkräfte zunächst als unwahrscheinlich.

Brandursache noch ungeklärt – Kriminalpolizei ermittelt

Die Feuerwehr wurde bei dem Großeinsatz von weiteren Kräften aus der Region unterstützt. Die Zufahrten zur Oberkotzauer Straße und zum unmittelbaren Einsatzgebiet wurden weiträumig gesperrt. Die Löscharbeiten gestalteten sich angesichts der Gebäudeschäden und der Einsturzgefahr schwierig und sollten noch mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Wie es zu dem Feuer kommen konnte, ist bislang nicht bekannt. Die Kriminalpolizei Hof hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Auch zur Höhe des entstandenen Sachschadens lagen zunächst keine belastbaren Angaben vor.

Ein weiterer schwerer Verlust für einen ehemaligen Industriestandort

Der Brand trifft einen leerstehenden Industriekomplex und damit ein Areal, das bereits seine ursprüngliche wirtschaftliche Funktion verloren hatte. Mit dem Feuer sind nun weitere Teile der baulichen Substanz schwer beschädigt oder möglicherweise vollständig verloren gegangen. Ob einzelne Gebäudeteile noch erhalten werden können oder ein umfangreicher Rückbau notwendig wird, dürfte sich erst nach einer umfassenden Prüfung der Gebäudesicherheit zeigen.

Für die Dokumentation der regionalen Industriegeschichte ist der Brand ein weiterer Einschnitt. Gerade leerstehende Fabrikareale bewahren häufig noch Spuren früherer Produktionsabläufe und der Arbeitswelt vergangener Jahrzehnte. Ob und welche historischen Zeugnisse in Hof nach dem Feuer noch vorhanden sind, bleibt abzuwarten.

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