Brunsbüttel. Kurz nach Mitternacht heulten in Brunsbüttel die Sirenen: Ein Dachstuhlbrand in der Pauluskirche rief rund 80 Feuerwehrleute aus Brunsbüttel und Eddelak auf den Plan. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand der gesamte Dachstuhl bereits in Vollbrand.
Die Flammen loderten meterhoch über der 1915 erbauten Kirche, einem zentralen Wahrzeichen der historischen Gartenstadt. Wegen herabfallender Dachziegel und brennender Trümmer mussten die Feuerwehrleute mit großem Sicherheitsabstand arbeiten.
„Durch die enorme Hitze und die Höhe des Gebäudes war der Brand zunächst nur schwer zu erreichen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Über zwei Drehleitern wurde der Angriff auf die Flammen schließlich koordiniert.
Kampf gegen die Flammen – und um ein Stück Stadtgeschichte
Der Fokus der Feuerwehr lag zunächst darauf, die benachbarten Gebäude – darunter den Glockenturm, das Gemeindehaus und das Pastorat – zu schützen. Mit vereinten Kräften gelang es, die Flammen einzudämmen und ein Übergreifen zu verhindern.
Erst nach mehreren Stunden konnte „Feuer aus“ gemeldet werden. Vom Dachstuhl blieb jedoch nur ein verkohltes Gerippe zurück. Der Kirchturm, ein Wahrzeichen Brunsbüttels, konnte gerettet werden.
Ein emotionaler Verlust für Brunsbüttel
Die Pauluskirche ist für viele Einwohner weit mehr als nur ein Gotteshaus. Hier wurden Generationen getauft, konfirmiert und getraut. Umso größer ist die Betroffenheit in der Schleusenstadt.
„Die Pauluskirche gehört zu Brunsbüttels Seele“, sagte eine Anwohnerin. Das denkmalgeschützte Bauwerk prägt das Stadtbild seit über einem Jahrhundert – nun steht es schwer beschädigt da.
Brandermittler sollen in den kommenden Tagen die Ursache klären. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung gibt es bisher nicht.
