Berlin. In einer außergewöhnlichen Auktion versteigert die Deutsche Grundstücksauktionen AG (DGA) am 27. Juni in Berlin einen ehemaligen DDR-Grenzwachturm. Das ungewöhnliche Objekt befindet sich in Cumlosen im Landkreis Prignitz, rund sechs Kilometer nordwestlich von Wittenberge. Das Mindestgebot für das geschichtsträchtige Gebäude liegt bei 5.000 Euro.
Das etwa 3.683 Quadratmeter große Grundstück beherbergt neben dem rund 180 Quadratmeter umfassenden Turm auch einen flachen Anbau. Die Anlage ist ein Relikt der ehemaligen innerdeutschen Grenze und spiegelt die funktionale und zweckorientierte Architektur der damaligen Grenzsicherung wider.
Laut Auktionskatalog umfasst das Erdgeschoss des Turms unter anderem einen Flur mit Fliesenboden, eine Toilette, einen Betriebsraum für elektrische Anlagen sowie den Zugang zum Anbau. Eine Betontreppe führt in den Keller mit weiteren technischen Einrichtungen sowie in das erste und zweite Obergeschoss, wo sich einst die Aufenthaltsräume der Grenzsoldaten befanden. Eine Eisentreppe verbindet diese mit dem dritten Obergeschoss, in dem die Beobachtungsstelle untergebracht war.
Der angrenzende Flachbau mit rechteckigem Grundriss und einzelnen Fenstern diente früher als Bürotrakt und ist ebenfalls über das Erdgeschoss des Turms erreichbar. Die gesamte Anlage weist laut Katalog deutliche Spuren von Vandalismus und langem Leerstand auf – umfassende Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten sind daher erforderlich.
Trotz des Sanierungsbedarfs ist das Gebäude derzeit verpachtet, was potenziellen Käufern möglicherweise zusätzliche Nutzungsperspektiven eröffnet.
Die DGA betont, dass es sich nicht um eine Zwangsversteigerung handelt – die angebotenen Immobilien stammen allesamt von Eigentümern, die sich freiwillig für den Verkauf entschieden haben. Der Startpreis wird gemeinsam mit den Eigentümern festgelegt.
