Berlin prüft 13 Konzepte für Goebbels-Villa

Foto: Olaf Tausch/GFDL
Foto: Olaf Tausch/GFDL

Wandlitz. Das verfallene Gelände am Bogensee mit der ehemaligen Goebbels-Villa steht möglicherweise vor einer Wende: Das Land Berlin lässt derzeit 13 konkrete Nutzungsvorschläge prüfen. Insgesamt hatten sich 253 Interessenten gemeldet – nur ein Bruchteil kam in die engere Auswahl. Die Bewerber sollen nun ein tragfähiges Konzept zur Finanzierung und Nutzung des geschichtsträchtigen, aber kostenintensiven Areals in Wandlitz vorlegen.

Was genau die verbliebenen Bewerber planen, hält die Senatsfinanzverwaltung bisher unter Verschluss. Klar ist jedoch: Die Zukunft des Geländes ist offen – auch ein Abriss ist nicht ausgeschlossen. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) prüft angesichts der zu erwartenden immensen Sanierungskosten auch die Variante eines Rückbaus der maroden Bauten.

Kostenfalle Lost Place

Rund 250.000 bis 300.000 Euro kostet das 16 Hektar große Areal den Berliner Haushalt pro Jahr – ohne dass es genutzt wird. Seit dem Jahr 2000 steht das Gelände leer und verfällt zunehmend. Eine Wiederherstellung und Erschließung würde laut Senat mindestens 300 Millionen Euro verschlingen – eine Summe, die Berlin angesichts der Haushaltslage derzeit nicht aufbringen kann.

Ort der Geschichte – und der Zukunft?

Das Gelände ist nicht nur wegen seiner NS-Vergangenheit brisant: Joseph Goebbels ließ sich dort ein Landhaus errichten, später betrieb die DDR dort eine FDJ-Jugendhochschule. Heute fordern Landkreis Barnim und die Gemeinde Wandlitz eine sinnvolle Nachnutzung – etwa als Bildungsstätte zur Förderung demokratischer Werte.

Ob das historische Erbe eine Zukunft bekommt – oder ob nur noch der Abriss bleibt –, entscheiden nun die eingereichten Konzepte. Berlin steht vor einer schwierigen Abwägung zwischen Erinnerungsarbeit, Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit.

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