Altes Krankenhaus in Iffeldorf wird saniert

Foto: HerrAdams/CC BY-SA 4.0
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Iffeldorf. Das ehemalige Krankenhaus an der Alpenstraße in Iffeldorf bekommt eine neue Zukunft. Die Gemeinde will das rund 150 Jahre alte Gebäude nicht abreißen, sondern umfassend sanieren und anschließend wieder bewohnen. Nach der aktuellen Kostenberechnung werden für das Projekt rund 5,95 Millionen Euro veranschlagt. Der Gemeinderat hat auf dieser Grundlage einstimmig beschlossen, den Förderantrag bei der Regierung von Oberbayern einzureichen.

Die Sanierung soll im Frühjahr 2027 beginnen. Geplant ist eine Bauzeit von etwa eineinhalb Jahren. Wenn der Zeitplan eingehalten werden kann, sollen die Arbeiten im zweiten Quartal 2028 abgeschlossen sein. Im Gebäude sollen künftig sieben Mietwohnungen und eine Arztpraxis untergebracht werden.

Kosten steigen auf 5,95 Millionen Euro

Die aktuelle Summe liegt deutlich über den früheren Kalkulationen. Noch Anfang 2026 war für die Komplettsanierung mit Kosten von etwa vier bis fünf Millionen Euro gerechnet worden. Inzwischen liegt die Berechnung bei 5,95 Millionen Euro. Die Gemeinde setzt dabei auf eine ungewöhnlich hohe öffentliche Förderung.

Nach Angaben von Bürgermeister Hans Lang rechnet Iffeldorf mit einer Förderung von rund 80 Prozent über die Städtebauförderung. Der kommunale Eigenanteil soll dadurch bei etwa 1,2 Millionen Euro liegen. Zusätzlich hofft die Gemeinde auf rund 350.000 Euro Unterstützung aus dem Bereich Denkmalschutz. Die tatsächliche Fördersumme hängt allerdings von den förderfähigen Kosten ab. Steigen die Baukosten, erhöht sich nicht automatisch die Förderung im gleichen Verhältnis. Die Gemeinde muss deshalb weiterhin genau darauf achten, welche Maßnahmen förderfähig sind.

Vom Abrisskandidaten zum Baudenkmal

Die Geschichte des Gebäudes ist bemerkenswert. Das Haus diente bis 1925 als Krankenhaus und wurde anschließend für Wohnzwecke genutzt. In den vergangenen Jahren verschlechterte sich der Zustand jedoch zunehmend. Mehrere Räume waren nicht mehr bewohnbar, zuletzt standen sechs Wohnungen leer. Lange Zeit verfolgte die Gemeinde deshalb einen anderen Weg. Ein Abriss und anschließender Neubau waren zunächst die bevorzugte Lösung. Eine Neubauplanung wurde bereits vorbereitet. Dann kam die entscheidende Wende: Im August 2024 stellte das Denkmalamt das Gebäude unter Denkmalschutz.

Damit veränderte sich die Ausgangslage grundlegend. Ein Abriss war nicht mehr die einfache Lösung. Eine anschließend erarbeitete Machbarkeitsstudie kam zudem zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung des historischen Gebäudes grundsätzlich möglich und zumutbar ist. Im Januar 2026 entschied sich der Gemeinderat deshalb für die vollständige Erhaltung des Bauwerks.

Sieben Wohnungen und eine Arztpraxis

Die künftige Nutzung soll das Gebäude wieder dauerhaft mit Leben füllen. Im Erdgeschoss und Obergeschoss sind insgesamt sieben Wohnungen vorgesehen. Ursprünglich war zwischenzeitlich sogar von bis zu neun Wohnungen die Rede. Die geplante Wohnungsgrößen liegen nach den früheren Planungen etwa zwischen 40 und 90 Quadratmetern. Hinzu kommt eine Arztpraxis im westlichen Seitenflügel. Damit verbindet das Projekt Wohnraumschaffung mit einer Nutzung für die örtliche Daseinsvorsorge. Die Gemeinde will insbesondere bezahlbaren Wohnraum für Menschen schaffen, die in Iffeldorf arbeiten und für die Infrastruktur des Ortes wichtig sind.

Auf einen Aufzug wird allerdings aus Kostengründen verzichtet. Das Gebäude wird nach der derzeitigen Planung deshalb nicht vollständig barrierefrei sein. Bei der Planung wurde nach Angaben der Gemeinde gezielt darauf geachtet, Maßnahmen herauszunehmen, die nicht förderfähig sind.

Historische Fassade soll zurückkehren

Die Sanierung soll nicht nur die Bausubstanz sichern. Auch das äußere Erscheinungsbild des ehemaligen Krankenhauses soll wieder stärker an seinen historischen Zustand herangeführt werden. Vorgesehen ist unter anderem, die Fassade entsprechend der historischen Gestaltung wiederherzustellen. Dabei geht es beispielsweise um die ursprüngliche Farbgebung und die charakteristischen Sprossenfenster. Das Gebäude soll damit nicht lediglich technisch instandgesetzt, sondern als Baudenkmal erkennbar erhalten werden.

Jahrelanger Leerstand hinterließ deutliche Spuren

Der Zustand des Hauses zeigt zugleich, welche Folgen ein langjähriger Leerstand für historische Gebäude haben kann. Teile der ehemaligen Wohnungen waren zuletzt nicht mehr nutzbar. Für die Gemeinde stellte sich deshalb die Frage, ob die Sanierung wirtschaftlich vertretbar ist oder ein Neubau die bessere Lösung wäre. Mit der Unterschutzstellung wurde diese Diskussion um eine weitere Dimension ergänzt. Das Gebäude besitzt nun einen rechtlichen Schutzstatus, gleichzeitig eröffnet die denkmalgerechte Sanierung Zugang zu Fördermöglichkeiten. Für Iffeldorf entsteht damit eine Konstellation, in der der Erhalt des historischen Bestands und die Schaffung neuen Wohnraums miteinander verbunden werden können.

Gemeinde muss zunächst viel Geld vorfinanzieren

Die hohe Förderung bedeutet allerdings nicht, dass das Projekt für Iffeldorf finanziell ohne Belastung bleibt. Bereits im Haushalt 2026 musste die Gemeinde eine Kreditaufnahme einplanen, weil staatliche Fördermittel für verschiedene Projekte noch nicht ausgezahlt worden waren. Für die Sanierung des ehemaligen Krankenhauses wurde dabei rund eine Million Euro Kreditbedarf angesetzt. Insgesamt waren Kredite von rund 2,8 Millionen Euro vorgesehen, unter anderem auch für die Erweiterung der Grundschule.

Das zeigt die finanzielle Herausforderung solcher Förderprojekte: Zwischen der Bewilligung und der tatsächlichen Auszahlung öffentlicher Mittel können erhebliche Zeiträume liegen. Kommunen müssen die Investitionen dennoch vorfinanzieren und entsprechend Liquidität bereitstellen.

Neues Leben für ein altes Gebäude

Das ehemalige Krankenhaus von Iffeldorf steht damit beispielhaft für eine Entwicklung, die bei historischen Bestandsgebäuden zunehmend an Bedeutung gewinnt. Statt Abriss und Neubau setzt die Gemeinde auf die Weiterentwicklung der vorhandenen Bausubstanz. Aus dem lange leerstehenden ehemaligen Krankenhaus soll ein gemischt genutztes Gebäude mit Wohnungen und medizinischer Versorgung werden. Der entscheidende Unterschied liegt dabei nicht allein in der Erhaltung der historischen Fassade. Mit der Sanierung bleibt auch ein Stück Ortsgeschichte erhalten. Gleichzeitig erhält das Gebäude eine neue Funktion, die einen dauerhaften Betrieb ermöglichen soll.

Wenn die Arbeiten wie geplant im Frühjahr 2027 beginnen und bis zum zweiten Quartal 2028 abgeschlossen werden, könnte das lange leerstehende Haus an der Alpenstraße damit innerhalb weniger Jahre vom möglichen Abrissobjekt zum wiederbelebten Baudenkmal werden.

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