Dippoldiswalde/Seifersdorf. Die Stadt Dippoldiswalde beseitigt einen ihrer größten baulichen Schandflecke: Die marode Polsterfabrik im Ortsteil Seifersdorf wird abgerissen. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Mit dem Schritt verschwindet ein lange leerstehendes Industriedenkmal aus dem Stadtbild – und schafft gleichzeitig Raum für neue Perspektiven.
Industriebrache seit Jahrzehnten ungenutzt
Das Gebäude an der Roten Weißeritz verfällt seit Jahren. Nach der Insolvenz des letzten Betreibers im Jahr 1997 wurde das Werk, in dem einst Polstermöbelgestelle produziert wurden, nicht mehr genutzt. Da die Erben das Grundstück nicht annahmen, fiel es an den Freistaat Sachsen. Seitdem war die ehemalige Fabrik herrenlos – und ein Dauerärgernis für Anwohner und Stadt.
Kosten in Millionenhöhe – Land beteiligt sich
Der Abriss ist nicht billig: Laut einer Kostenschätzung von 2021 wird der Rückbau rund 804.000 Euro kosten. Der Großteil der Summe – etwa 70 Prozent – wird vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) übernommen. Dippoldiswalde trägt knapp 240.000 Euro, möchte diese Ausgaben jedoch über den späteren Verkauf angrenzender Gewerbeflächen gegenfinanzieren.
Abriss als ökologische Kompensationsmaßnahme
Der Rückbau der Industriebrache erfolgt nicht nur aus städtebaulichen Gründen, sondern dient auch der ökologischen Kompensation: Das Lasuv nutzt das Projekt, um Eingriffe in Natur und Landschaft beim Ausbau der B170 bei Dresden auszugleichen. Dafür wird auf einem Teil des Geländes eine Streuobstwiese mit 40 Bäumen und 58 weiteren Pflanzen angelegt.
Ausschreibung noch 2025 – Start im März 2026 geplant
Der Zeitplan für den Abriss steht bereits. Die Ausschreibung ist für Oktober 2025 vorgesehen. Ab März 2026 sollen die Rückbauarbeiten beginnen und bis Oktober abgeschlossen sein. Die Stadt will die anfallenden Kosten nicht auf einmal schultern, sondern in Etappen bezahlen – je nach Baufortschritt. Berücksichtigt werden die Mittel im Doppelhaushalt 2027/2028.
Erweiterung des Gewerbegebiets als Ziel
Mit dem Abriss schafft Dippoldiswalde auch Raum für wirtschaftliches Wachstum: Die Flächen sollen künftig in die Erweiterung des Gewerbegebiets Reinholdshain einfließen. Damit verbindet die Stadt Rückbau und Zukunftsentwicklung – auf über 9.500 Quadratmetern.
