Wandlitz. Die Zukunft des ehemaligen NS-Propagandastandorts am Bogensee bleibt ungewiss. Nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen steht nun auch der Abriss der teils maroden Gebäude samt anschließender Renaturierung als Option im Raum. Eigentümer des 16 Hektar großen Geländes im Landkreis Barnim ist das Land Berlin.
Hintergrund sind die enormen Kosten: Bis zu 300.000 Euro pro Jahr verschlingen allein die laufenden Betriebskosten, während eine umfassende Sanierung nach Schätzungen mindestens 300 Millionen Euro kosten würde. Angesichts der angespannten Haushaltslage sei ausgeschlossen, dass Berlin selbst eine Entwicklung des Areals stemmt.
Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) führt zwar weiter Gespräche mit Interessenten, doch bleibt die Perspektive offen. Finanzsenator Stefan Evers (CDU) hatte bereits im vergangenen Jahr betont, dass Berlin eine historische und sinnvolle Nutzungsidee unterstützen würde – und die Liegenschaft im Zweifel sogar verschenken könnte, etwa an den Bund oder das Land Brandenburg.
Das Gelände war einst Landhaus von Joseph Goebbels, später zu DDR-Zeiten Jugendhochschule der FDJ. Seit 2000 steht es leer und verfällt zunehmend. Landkreis Barnim und die Gemeinde Wandlitz drängen auf eine neue Nutzung. Der Bund unterstützt derzeit eine Studie über mögliche Zukunftsszenarien im Rahmen des Programms „Nationale Projekte des Städtebaus“.
