Abriss der alten Conti-Gebäude unter Zeitdruck

Foto: Christian A. Schröder/CC BY-SA 4.0
Foto: Christian A. Schröder/CC BY-SA 4.0

Limmer. Die ehemaligen Fabrikgebäude von Continental in Hannover-Limmer stehen vor dem Abriss. Der Rückbau des seit Jahrzehnten leer stehenden Industriekomplexes sollte bereits im September beginnen, verzögert sich jedoch. Nun drängt die Zeit: Der maschinelle Abriss soll im November 2026 starten und bis Ende März 2027 abgeschlossen sein. Danach könnten die Fledermäuse in ihre Quartiere zurückkehren.

Schadstoffe verhindern den Erhalt

Die Gebäude des früheren Reifenwerks stehen seit 1999 leer. Obwohl Teile des Ensembles unter Denkmalschutz stehen, ist ihr Erhalt gescheitert. In den historischen Produktionsgebäuden wurden unter anderem krebserregende Nitrosamine nachgewiesen. Auch schadstoffbelastete Materialien wie Asbest müssen vor dem eigentlichen Abbruch fachgerecht entfernt werden. Abstimmungen zwischen mehreren Behörden haben den Zeitplan zusätzlich verzögert.

Fledermäuse setzen die Frist

Der Rückbau muss innerhalb eines von der Naturschutzbehörde vorgegebenen Zeitfensters erfolgen. Bis Ende März sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, bevor die Tiere ihre Quartiere wieder nutzen. Damit wird der Abriss zu einem Wettlauf gegen die Zeit: Erst müssen Schadstoffe beseitigt werden, anschließend können die Gebäude mit schwerem Gerät abgetragen werden.

Industriegeschichte weicht der Wasserstadt

Das ehemalige Conti-Areal ist Teil des Entwicklungsprojekts Wasserstadt Limmer. Auf dem Gelände soll neuer Stadtraum entstehen, nachdem eine geplante Umnutzung der historischen Fabrikgebäude aufgrund der Schadstoffbelastung nicht umgesetzt werden konnte. Mit dem Abriss verschwindet ein prägender Teil der hannoverschen Industriegeschichte – und einer der bekanntesten Lost Places der Region.

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